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Schwenn fordert Razzia bei Focus und Bunte

Der dritte Teil im Streit Schwenn gegen Burda: Der Verteidiger von Jörg Kachelmann hat am heutigen Prozesstag eine Durchsuchung der Büroräume beim Focus und bei Bunte beantragt. Schwenn wirft den beiden Redaktionen vor, das Verfahren zum Nachteil seines Mandanten zu beeinflussen. Daher sollen Schriftstücke und Datenträger sichergestellt werden, die die Interviews der Journalisten mit Zeuginnen protokollierten. Die Richter stellten den Antrag vorerst zurück und vernahmen den Therapeuten des Opfers.

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Mit dem Angriff auf die Burda-Titel reagiert der Hamburger indirekt wohl auch auf die Vorwürfe, die Herausgeber Helmut Marktwort im aktuellen Focus formulierte. Dem Hamburger Juristen wirft er Stil- und Niveaulosigkeit vor und spricht mit Blick auf die Prozessauftritte von "Konfrontation und Krawall".

Bereits an seinem ersten Arbeitstag vor dem Landgericht attackierte Schwenn in der vergangenen Woche das Medienhaus. Der SWR zitierte den Juristen mit einer klaren Ansage an den Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge: "Sie erscheinen mir als Partei, die gemeinsam mit dem Hause Burda anstrebt, Herrn Kachelmann fertig zu machen." Der Vorwurf: Die Staatsanwaltschaft soll das Verfahren auch in die Medien getragen haben. Der Anwalt bezog sich dabei auf Berichte, den der Focus bereits vor Prozessbeginn veröffentlichte, in denen dem Standpunkt der Ermittlungsbehörde und den Aussagen der Belastungszeugin und früheren Partnerin des Moderators breiter Raum gegeben worden war.

Zudem teilte Schwenn auch kräftig in Richtung Bunte aus. So monierte der 63-Jährige, dass ehemalige Kachelmann-Geliebte, die als Zeuginnen vernommen wurden, anschließend in dem People-Magazin zu Wort gekommen seien und sich dabei zum Teil anders geäußert hätten als vor Gericht. Deshalb müsse Medienanwalt Höcker bei den nichtöffentlichen Vernehmungen anwesend sein, um beurteilen zu können, "wann und ob es sich empfiehlt, gegen dieses Burda-Blatt vorzugehen." Eine klare Kampfansage gegen die Bunte, die von Markworts Lebensgefährtin Patricia Riekel verantwortet wird.
Für Burda kommentiert Focus-Sprecher Jonas Grashey die Vorwürfe und Forderungen des Anwalts: "Die Chefredaktion von Focus sieht in dem Auftritt des Kachelmann-Verteidigers Schwenn ein vordergründiges Ablenkungsmanöver. Focus hält sich an die Aufgabe der Presse, über dieses Verfahren zu berichten und Realitäten aufzuklären (Bundesverfassungsgericht in ständiger Rechtsprechung)."

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