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Deutscher Reporterpreis 2010 vergeben

Die Journalistin Carolin Emcke erhält den Deutschen Reporterpreis in der Kategorie "Beste Reportage" mit ihrem Text aus dem Zeitmagazin "Der erste Schuss fällt nach fünf Minuten" über den Irak-Krieg. Weitere Preise gingen an Redakteure der SZ, des Spiegel und Hamburger Abendblatts sowie von Geo und Brandeins. 1146 Texte - so viel wie für keinen anderen deutschen Medienpreis - waren eingereicht worden, 32 Vorjuroren aus 16 Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen hatten die Artikel vornominiert.

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Die Jury hob hervor, dass die Autorin ihre Rolle als Reporterin auf beispielhafte Weise reflektiere und die Arbeit von Kriegsreportern hinterfrage (hier der Link zur Reportage aus dem Zeitmagazin). 1146 Texte waren bei der Jury eingegangen. So viel wie bei keinem anderen deutschen Medienpreis. 32 Vorjuroren aus 16 Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen hatten die Artikel vornominiert. Die Preisverleihung fand am Montagabend in Berlin statt.

Als "Bester Essay" wurde der Text "Lasst sie raus!" von Andreas Weber ausgewählt, der in der Geo erschienen war. Der Autor leiste wichtige Argumente in der Erziehungsdebatte und damit zu einem relevanten gesellschaftlichen Thema, so das Urteil der Jury.

Als "Beste Kulturreportage" zeichnet die Jury das Stück "Junge Nummer Eins" von Tobias Kniebe und Alexander Gorkow aus, erschienen in der Süddeutschen Zeitung. Das Porträt des Filmemachers Klaus Lemke sei mit viel Wärme und charmanter Distanzlosigkeit geschrieben und von extremem Unterhaltungswert, so die Jury.

Als "Bestes Interview" zeichnet die Jury "Ein Leben wie im Fegefeuer" von Beate Lakotta aus, erschienen im Spiegel. Die Alzheimer-Krankheit, über die der Leser meist nur aus der Außenperspektive erfährt, aus der Perspektive eines Reporters, werde hier von einem Betroffenen beschrieben, lautete das Urteil der Jury.

In der Kategorie "Beste Lokalreportage" hat die Jury den Text "Er wollte so gern ein Deutscher sein" von Volker ter Haseborg ausgewählt, der im Hamburger Abendblatt erschienen war. Der Autor habe den Selbstmord eines armenischen Abschiebehäftlings exzellent recherchiert, erklärte die Jury.

Als bester freier Reporter wird Mario Kaiser mit seinem Text "Herrn Inces Lohn" ausgezeichnet. Der Autor beschreibe mit großer sprachlicher Dichte das mühsame Leben eines modernen Tagelöhners in Deutschland, so die Jury.

Als beste "Politische Reportage" zeichnet die Jury den Text "Der Kinderknast von Lesbos" von Roland Kirbach aus, erschienen in der Zeit. Die Reportage über junge afghanische Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos beschreibe mit großer sprachlicher Kraft ein drängendes Menschenrechtsproblem, das Europa noch viele Jahre beschäftigen wird, erklärte die Jury ihr Urteil.

Als beste Web-Reportage hat die Jury "After The War" von Felix Seuffert ausgewählt, eine Audio-Slideshow über den Bürgerkrieg aus der Perspektive eines kongolesischen Fussballers.

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