Schwerer Unfall bei „Wetten, dass..?“

Große Schrecksekunde bei "Wetten, dass..?". Gleich in der ersten, sehr spektakulären Wette der Show, die diesmal aus Düsseldorf kam, stürzte ein Kandidat so schwer, dass das ZDF die Show abbrechen musste. Kandidat Samuel Koch wollte mit Hilfe von Sprungstelzen über fahrende Autos springen. Beim vierten Versuch prallte er in der Luft offenbar mit dem Kopf gegen das fahrende Auto und stürzte anschließend auf seinen Oberkörper. Das ZDF reagierte vorbildlich, wendete die Kameras sofort ab und brach die Sendung ab.

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Zunächst zeigte der Sender ein Ersatzprogramm mit Musikauftritten aus vergangenen "Wetten, dass…?"-Ausgaben. Um 21.10 Uhr meldete sich Thomas Gottschalk dann wieder und teilte dem Fernsehpublikum mit, dass der Kandidat ansprechbar sei und seine Beine spüren könne. Dennoch stünden er und alle Gäste unter dem Eindruck des Zwischenfalls und könnten nicht so tun, als sei nichts geschehen. Gottschalk brach die Sendung ab und verwies auf das spätere "heute-journal", in dem das Publikum über den Gesundheitszustand des Kandidaten aufgeklärt werden soll.

Gottschalks Abbruch-Moderation im Wortlaut:

"Meine Damen und Herren, Sie warten sicher wie unser Publikum hier im Saal auf eine Information. Ich kann Sie insofern beruhigen, als dass es dem Samuel den Umständen entsprechend gut geht. Er ist ansprechbar, auf dem Weg in die Klinik, er spürt seine Beine. Es ist also nichts passiert, wo man sagen könnte, es wäre eine Lähmung, die natürlich hoffentlich auch nicht in den nächsten Tagen auftritt. Trotzdem: Es geht ihm nicht so gut, als dass ich sagen kann, alles okay, er kommt hier rein und wir können mit ihm reden. Deswegen halte ich es als Entertainer für meine Pflicht, zu sagen: Es hat keinen Sinn, dass wir hier in der Halle Ihnen zu Hause etwas vorspielen.

Alle Gäste, die jetzt kommen, stehen natürlich genau so wie ich unter dem Eindruck dessen, was passiert ist. Deswegen bitte ich Sie um Verständnis. Es ist mir zum ersten Mal in meiner langen langen Karriere passiert und wir haben viele gefährliche Wetten gespielt. Und ich habe immer gesagt, dass wäre für mich das Allerschlimmste, wenn einem meiner Kandidaten in einer Live-Sendung etwas passiert. Das ist jetzt eingetreten, das bedauere ich unendlich. Man macht sich natürlich auch Vorwürfe, hätte man als Moderator dem Samuel abraten sollen? Wir haben mit ihm geprobt, er hatte einen unheimlichen Spaß dabei und war sich natürlich auch ganz sicher, dass er das, was er uns anbietet, kann. Wir haben es mehrfach – nicht nur hier, sondern auch im Verlauf der ganzen Vorbereitungen mit ihm geprobt. Nun ist es leider passiert, es ist ein Unfall, wie er immer wieder passiert. Am schlimmsten ist es natürlich, wenn er in einer Unterhaltungssendung passiert. Denn da stellt sich irgendwas auf den Kopf, was man überhaupt nicht möchte, was man auch nicht ausschließen kann, was man aber immer hofft, es bleibt einem erspart. In diesem Fall bitte ich Sie also um Verständnis: Wir werden jetzt diese Sendung an dieser Stelle abbrechen.

Das ist auch immer für einen Entertainer immer ganz schwer zu sagen. Ich hätte für Sie heute abend so viel vorgehabt, aber alles andere wäre falsch. Und gerade wir im ZDF fühlen uns verantwortlich, nicht auf heiter zu machen, wenn wir nicht wirklich heiter sind. Und das können wir jetzt leider nicht mehr in der Form sein, wie wir Ihnen das gern präsentiert hätten. Wir werden jetzt einen Film einspielen und Sie selbstverständlich mit Scrolls über den Stand immer wieder aufklären. Wir wissen in ungefähr 45 Minuten, wenn es eine vernünftige Untersuchung gegeben hat, wie es dem Samuel geht. Und bis wir das genau wissen, halte ich es für meine Pflicht, nicht einfach so weiter zu spielen, als wäre nichts passiert. Ich weiß, dass Sie mich verstehen, ich bedanke mich. Wir werden im "heute-journal", in den Nachrichten also, auf jeden eine Schaltung haben, wo wir Sie über den aktuellen Stand vom Samuel aufklären. In diesem Sinne also nach einem fröhlichen Anfang doch relativ kurz hinterher ein trauriges Dankeschön. So hätte es nicht kommen sollen. Ich bitte um Ihr Verständnis und danke sehr!"

Inzwischen hat sich auch ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut zu Wort gemeldet. heute.de zitiert ihn wie folgt: "Die ersten Informationen über den Zustand unseres Wettkandidaten waren nicht eindeutig. Unter dieser Voraussetzung konnten und wollten wir die Unterhaltungssendung nicht fortsetzen. Ich wünsche vor allem, dass es unserem Wettkandidaten bald wieder besser geht und er keine bleibenden Verletzungen davon trägt. Unsere Redaktion und Produktion legen immer größten Wert auf die Sicherheit aller Beteiligten. Wir werden diesen Unfall gründlich untersuchen und Lehren daraus ziehen. Thomas Gottschalk ist mit dieser schwierigen Situation sehr gut umgegangen, hat die Zuschauer informiert und den Abbruch der Sendung begründet. Ich bin sicher, dass die Zuschauer das verstehen und gutheißen."

In der angekündigten Schalte im "heute-journal" sagte Gottschalk schließlich, dass Samuel bei Bewusstsein sei, mehr könne er allerdings derzeit nicht sagen. Laut Twitter-Account des Boulevardblattes Express sollen nähere Informationen zum Gesundheitszustand des Kandidaten erst am Sonntagnachmittag bekannt gegeben werden.

Laut Bild.de musste der Kandidat ab 0.11 Uhr operiert werden. Das ZDF meldete am Sonntagmorgen hingegen, es stehe noch nicht fest, ob und wann Samuel Koch operiert werde. Er befinde sich auf der Intensivstation.

Bereits Stunden später liegen Spiegel Online interne ZDF-Unterlagen vor, die zeigen sollen, für wie riskant der verletzte Wettkandidat selbst seinen Stunt hielt. Allerdings wusste der 23-Jähirge offenbar auch, worauf er sich einlässt und worauf es ankam. Ein ZDF-Konzeptpapier soll Samuel K. mit den Satz zitieren: "Es ist ein ekelhaftes Gefühl, Autos, die auf einen zufahren, entgegenlaufen zu müssen."

MEEDIA hält Sie an dieser Stelle weiter auf dem Laufenden.

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