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Der Reporter-Einstand der Burda-Tochter

Wikileaks und Julian Assange haben Konstantin Neven DuMont als Thema der Woche vom Spitzenplatz verdrängt. Obwohl sich der junge DuMont mit einer Video-Blattkritik bei Bild Köln noch einmal so richtig Mühe gegeben hatte. Verlags-Berater meldeten sich mit Oma-Binsenweisheiten im Stile von “Innovation lohnt sich” zu Wort und Hubert Burdas Tochter Elisabeth lieferte ihren Reporter-Einstand an der Seite von Paul Sahner. Heikle erste Aufgabe: Ein Interviewtermin mit Jopie Heesters.

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Konstantin Neven DuMont hatte ein bisschen Pech. Er wurde auch hierzulande als Thema Anfang der Woche von den jüngsten Wikileaks-Enthüllungen verdrängt. Dabei hatte er sich noch solche Mühe gegeben, die Posse rund um seine Person mit einem Redaktionsbesuch bei der Bild Köln am köcheln zu halten. In einer Blattkritik gab er allerlei Plattitüden von sich (Relevanz muss ins Blatt, Anwalt des kleinen Mannes etc.) und wurde von Kai Diekmann via Schalte natürlich prompt auf die Affäre im eigenen Haus angesprochen. Etwas von Substanz sagte der junge DuMont daraufhin nicht. Immerhin gestand er ein, dass die ganze Angelegenheit einigen im DuMont Verlag nun doch peinlich sei. Das dürfte die Untertreibung der Woche gewesen sein.

Von ganz anderem Kaliber sind da die Wikileaks-Enthüllungen über vertrauliche Botschafts-Depeschen der USA. Bei aller berechtigten Kritik an der Geheimniskrämerei, die Wikileaks selbst betreibt und am selbstherrlichen Gebaren von Wikileaks-Gründer Julian Assange – man kann dem Mann nicht absprechen, dass er Mut hat. Sich mit den Regierungen der halben Welt anzulegen und dann anzukündigen als nächstes mal eben eine Großbank zu Fall zu bringen – Hut ab. Spätestens jetzt ist Assange für viele rund um den Globus zu einem Helden geworden. Und seien wir mal ehrlich: die angekündigten Enthüllungen über eine Großbank würden wir doch auch alle ganz gerne zu Gesicht bekommen. Der Aufstieg von Wikileaks zum weltweiten Agendasetter zeigt auch, wie sich Top-Qualitätsmedien heute definieren. Früher Top-Medien solche, die eine Geschichte ausgegraben und aufgedeckt haben. Heute darf man sich zu den Top-Medien zählen, wenn man von Wikileaks erwählt wird und vorab Zugriff auf deren Daten erhält.

Begeben wir uns aus den Höhen der Weltpolitik in die Niederungen des deutsche Verlagswesens. Gregor Vogelsang ist Berater bei der Beratungsfirma Booz & Company. Auf den Zeitschriftentagen des VDZ und in der Horizont hat er sich zu den Themen Print, iPad und Paid Content usw. geäußert. Die Erkenntnisse des Experten: Verlage sollen stärker in Print investieren, Print hat eine tolle Zukunft, aber das iPad ist auch irgendwie toll und, ach ja, man solle sich nicht zu sehr auf Apple verlassen. Das war jetzt zugegebenermaßen nur sinngemäß zusammengefasst. Seine Präsentation bei den Zeitschriftentagen begann er mit einem Regenbogenfoto und dem Text “Das schlimmste ist vorüber…”. Es folgten Folien mit Überschriften wie “Innovation lohnt sich” oder “Der Konsument ist King”. Uiuiui, ganz schön "brisanter" Stoff, der den Verlegern da präsentiert wurde. Wir freuen uns auf weitere bahnbrechende Berater-Erkenntnisse wie “Wer ins Wasser fällt, wird nass!” oder “Im Internet weiß niemand, dass Du ein Hund bist…”

Die nächste Burda-Generation hat sichtbar die Arbeit im Verlag aufgenommen. Elisabeth Furtwängler, Tochter von Hubert Burda und Maria Furtwängler, absolviert gerade ein Praktikum bei Bunte und durfte zusammen mit Reporter-Legende Paul Sahner ihr erstes Stück fürs Blatt schreiben. Um sie gleich mit den Schrulligkeiten des Bunte-Universums vertraut zu machen, handelte es sich um ein Interview zum 107. Geburtstag von Jopie Heesters. Unglaublich, aber der Uralte ist immer noch für ein lustiges Interview gut. Jopie drängt den Bunte-Leuten Obstler auf und seine Frau Simone Rethel erzählt Witze über Jopie und den Tod: “Es klingelt an unserer Tür. Jopie öffnet. Der Tod steht da und sagt zu Jopie ‘Du weißt ja, warum ich hier bin?’ Jopie dreht sich um und ruft: ‘Simone, Besuch für dich!” Jopies Kommentar zum Witz: “Schon mal gehört.”

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