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„Eine Vernunftehe“: Merkur segnet Die Zeit

Der Rheinische Merkur erscheint heute erstmals als Beilage in der Zeit. Inhaltlich waren das konservativ-kirchennahe Blatt aus Bonn und die links-liberale Institution aus Hamburg selten auf einer Linie. Ob 1968, Frauenbewegung oder päpstliche Sexualmoral: Fast immer kamen die Wochenzeitungen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Wie das trotzdem zusammenpasst? "Die Partner werden ein eigenständiges Leben führen. Meinungsverschiedenheiten sind erwünscht", erklärt die neue Merkur-Chefin Christiane Florin.

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Vergangene Woche erschien die letzte eigenständige Ausgabe des Rheinischen Merkurs. Jetzt liegt sie als sechsseitige Beilage der Zeit bei. Merkur-Abonnenten bekommen sie weiterhin, Zeit-Abonnenten für einen Aufschlag von 30 Cent pro Ausgabe. Das Konzept des neuen sechsseitigen Buches unter dem Titel "Christ & Welt" lautet: "Die alten Stärken des Merkur in neuer Form zur Geltung bringen." Auf drei Feldern kommen diese Stärken laut Merkur-Chefin Christiane Florin besonders zum Tragen: "Glaube, Geist und Gesellschaft."

  • Glaube stehe für gelebten Glauben in der heutigen Zeit, für kirchliche Themen ebenso wie für Fragen der Religionen weltweit.

  • Geist stehe für den Kanon von Bildung über Kultur bis zu intellektuellen Debatten und Diskursen.

  • Gesellschaft stehe für die Hinwendung zur Welt, für politische und gesellschaftliche Fragen.

Die neue Merkur-Leiterin betont in einem Schreiben, dass die Verbindung mit der Zeit durch "die wechselseitige Achtung" zustande gekommen sei. Es handle sich um eine Kooperation zweier Verlage, nicht um den Kauf des kleineren durch den größeren. "Geboren aus dem Geist einer Vernunftehe zwischen einer auflagenstarken Grande Dame von der Alster und einem ziemlich zierlichen Götterboten vom Rhein, kann aus der Kooperation ein starkes Gespann werden", prophezeit Florin. Zudem sei es nicht das Ziel, eine Zeitung nach dem Bilde der anderen umzufrisieren. Vielmehr müsse die Redaktion dem Konzept folgen. Dafür koordiniert der Zeit-Redakteur Patrik Schwarz die journalistische Seite der Kooperation.

Die sechs Seiten von "Christ & Welt" sind wie folgt aufgebaut:
Die Seite 1 wird optisch von einem Fotoporträt mit kurzem Essay bestimmt. Unter dem Titel "Sein Motiv" bzw. "Ihr Motiv" wird in jeder Ausgabe die maßgebliche Person der Woche vorgestellt und über die zwei Motive des Porträtierten räsoniert. Dazu gibt es wie bisher zwei Leitartikel, allerdings jetzt in einer klaren Gewichtung als Großer und Kleiner Leiter.
Die Seite 2 ist die Themenseite "Glaube". Neben dem Haupttext gibt es dort unter anderem die Kolumne "Notizen für die Ewigkeit", in der sich vier Kolumnisten mit Beiträgen zu Glaubens- und Kirchenfragen abwechseln, davon je einer aus Rom und aus Jerusalem.
Seite 3 und 4 sind als Vorder- und Rückseite herausnehmbar. Unter dem Titel "Großaufnahme" ist sie die Doppelseite mit dem Themenspezial der Woche. Es kann sich dabei um mehrere Texte zum selben Komplex handeln oder um einen durchlaufenden Text, etwa bei einem großen Interview. In begründeten Ausnahmen können dort auch getrennte Themen erscheinen.
Die Seite 5 ist intellektuellen Fragen und Debatten gewidmet. Sie führt jede zweite Woche unter dem bewährten Titel "Geistesgegenwart" eine im Merkur lange schon etablierte Essay-Seite fort. Wie bisher auch können dort in der jeweils anderen Woche ein besonderes Interview, ein Porträt oder eine Lesegeschichte erscheinen.
Die Seite 6 unter dem Titel "Gesellschaft" ist die Schlussseite von "Christ & Welt". Sie ist als Meinungs- und Kolumnenseite mit Stimmen von innerhalb und außerhalb der Redaktion angelegt. Die Rubrik "Das Unwesentliche" beschließt das Blatt mit einer Glosse.

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