Anzeige

Bank of America potentielles Wikileaks-Opfer

Die Lawine ist losgetreten: Seit Sonntagabend beschäftigen die Wikileaks-Veröffentlichungen die Weltöffentlichkeit. In eine neue Dimension könnten die Enthüllungen schon bald vorstoßen, wenn Gründer Julian Assange seine Aussage wahr macht und Anfang nächsten Jahres eine US-Großbank bloß- und damit vielleicht final ins Abseits stellt. An der Wall Street scheint das Opfer bereits ausgemacht: Die Bank of America könnte ins Fadenkreuz rücken – die Kurse geraten bereits ins Rutschen.

Anzeige

Die Lawine ist losgetreten: Seit Sonntagabend beschäftigen die Wikileaks-Veröffentlichungen die Weltöffentlichkeit. In eine neue Dimension könnten die Enthüllungen schon bald vorstoßen, wenn Gründer Julian Assange seine Aussage wahr macht und Anfang nächsten Jahres eine US-Großbank bloß- und damit vielleicht final ins Abseits stellt. An der Wall Street scheint das Opfer bereits ausgemacht: Die Bank of America könnte ins Fadenkreuz rücken – die Kurse geraten bereits ins Rutschen.   
Wikileaks – und kein Ende: Nach der Politposse könnte vor dem Bankenbeben sein. "Ein oder zwei Banken könnte es in die Tiefe reißen", erklärte Julian Assange vorgestern in seinem aufsehenerregenden Interview mit Forbes Magazin. Man wolle Anfang nächsten Jahres ein "Ökosystem der Korruption" offenlegen.
Seitdem geht die Angst an der Wall Street um. Die Furcht scheint nachvollziehbar, zu präsent ist die Finanzkrise von zwei Jahren, in der Lehman Brothers in einer dramatischen Zuspitzung der Ereignisse pleitegegangen war – in wenigen Tagen brach der Kurs der seinerzeit viertgrößten Investmentbank der USA vollkommen zusammen.
Kritik an Assange wird lauter
Hierin wittern Anleger die Gefahr der Wikileaks-Enthüllungen: Allein bloße Gerüchte wirken an der Wall Street schnell wie eine selbst erfüllende Prophezeiung. Marktkommentatoren und Börsenexperten kritisierten Assanges Teilankündigung daher scharf. "So ein Statement in im Forbes Magazin zu machen, ist wie ‚Feuer’ mitten in vollem  Theatersaal  zu rufen", erklärt der Vermögensverwalter Timothy Collins.
"Wenn es etwas zu enthüllen gibt, dann sagt man es. Aber den Verdacht zu schüren, wird einige Finanzinstitutionen in Bedrängnis bringen – und zwar mehr als nur die genannten ein oder zwei Banken."   
Assange: Zwischen Enthüllungscoup und Fahndungsliste
Die wurden von Marktteilnehmern unterdessen auch schon ausgemacht. So gaben die Aktien der Bank of America (BoA) gestern um mehr als drei Prozent nach. Julian Assange hatte sich bereits 2009 auf die aktuell wertvollste US-Bank eingeschossen und angedeutet, er wäre im Besitz einer Festplatte eines BoA-Managers.

Auch der Investmentriese Goldman Sachs kam gestern um zwei Prozent unter Druck, nachdem Assange im Forbes-Interview den Namen der Wall Street-Institution in den Mund genommen hatte. Handelt es sich jedoch nicht um die vermurteten Verdächtigen, könnte die Branche indes noch vor einer bösen Überraschung stehen. "Was ist eigentlich, wenn es sich nicht um die Bank of America handelt?", stellt Collins die Frage in den Raum.
Existenzielle Fragen muss sich Assange unterdessen selbst stellen: So wird inzwischen weltweit nach dem Wikileaks-Gründer wegen Vergewaltigungsvorwürfen gesucht – der 39-jährige Australier steht bei der internationalen Polizeiorganisation Interpol in 188 Ländern auf der Fahndungsliste.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige