zu Guttenberg geht gegen DuMont vor

Die in die Kritik geratene Kinderschutzorganisation Innocence in Danger, der Ministergattin Stephanie zu Guttenberg als Präsidentin vorsteht, will gegen das Verlagshaus DuMont presserechtlich vorgehen. In der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau waren Artikel erschienen, in denen dem Verein eine intransparente Mittelverwendung vorgeworfen wird. Wegen Verleumdung stellte der Verein nun Strafanzeige gegen die Journalisten und verantwortlichen Redakteure des Verlags.

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Die Berliner Zeitung hatte am 27. November 2010 geschrieben, dass der Verein keine Auskünfte zu der Höhe der Spendeneinnahmen, der Zahl der Mitarbeiter sowie der Mittelverwendung und Verwaltungskosten gebe. Dazu hatte sie Burkard Wilke, den Geschäftsführer des deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) indirekt zitiert. In dem Artikel heißt es: "Bei seriösen Organisationen, die derart um Spenden werben, erwarte man eine Offenlegung der Finanzen, sagt Burkhard Wilke, Geschäftsführer des deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), welches das Spendensiegel vergibt (siehe Interview). Innocence in Danger hat weder das DZI-Gütesiegel noch einen öffentlichen Finanzbericht."
Laut Mitteilung des Vereins distanzierte sich Wilke derweil von der Aussage, die in einen falschen Kontext gestellt worden sei. Er halte diesen "für sachlich unangemessen und tendenziös".
Zudem hatte die Berliner Zeitung berichtet, dass Julia Weiler, Geschäftsführerin des Vereins, unter der Vortäuschung falscher Tatsachen Interviews mit Experten vor der Kamera geführt haben soll, darunter Esther Klees, Geschäftsführung der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung. Das anwesende Kamerateam soll im Auftrag von RTL 2 für die Sendung "Tatort Internet" gedreht haben. Weiler habe aber vorgegeben, Material für eine Dokumentation ihrer Arbeit zu sammeln.  
Stephanie zu Guttenberg stellte klar, dass der Verein der Transparenz bei der Spendenmittelverwendung in der Form gerecht werde und dass sämtliche Aktivitäten online gestellt würden. Zudem würde Innocence in Danger seine Finanzen dem Finanzamt Berlin und den Projektfinanzierern, wie zum Beispiel dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, mit einer detaillierten Abrechnung vorlegen. Darüber hinaus entbehre die Kritik an der Expertise von Weiler jeglicher Legitimation.
Der Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, Joachim Frank, sagte auf MEEDIA-Anfrage, dass der Redaktion bisher noch keine Strafanzeige vorliege.

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