Spiegel druckt Wikileaks-Heft nach

Publishing Toller Erfolg für die Spiegel-Redaktion: Bereits am zweiten Verkaufstag ist das Magazin mit der aktuellen Wikileaks-Enthüllung über brisante bis peinliche Depeschen von US-Diplomaten nach Erhebungen des Vertriebs "fast überall vergriffen". Deshalb hat sich der Verlag entschlossen, das Wikileaks-Heft nachzudrucken. Bis Donnerstag sollen 80.000 weitere Exemplare in den Handel kommen, zusätzlich zu den bereits 1,25 Millionen ausgelieferten. Die Titelgeschichte war von allen wichtigen Medien aufgegriffen worden.

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Schon am Montag hatten Twitterer den Notstand gemeldet: "Heute wollen alle den SPIEGEL. Leider schon seit Mittag alle weg." Angesichts der enormen Zahl von Zweitverwertungen durch Tageszeitungen und News-Portale ist es erstaunlich, dass die Nachfrage nach dem Original ungebrochen scheint. Beim Spiegel sieht man das mit Genugtuung, bestätigt sich darin doch der Ruf, Leitmedium in Sachen Nachricht und Einordnung zu sein.

Nach Angaben des Spiegel-Verlags ist das aktuelle Wikileaks-Heft damit die erste Nummer seit 1995, die wegen der großen Nachfrage nachgedruckt wird. Damals geschah das bei Ausgabe 13/1995, die das letzte Interview des einen Tag später vestorbenen Ex-"Tagesthemen"-Moderators Hanns Joachim Friedrichs auf dem Titel hatte.

Die positiven Verkaufszahlen des neuen Spiegels sind zudem ein schöner Ausgleich zu den schwachen Werten des vorigen Wikileaks-Titels. Die Ausgabe 43/2010 mit den "Pentagon-Protokollen" zum Irak-Krieg und der Spiegel-Zeile "Über 100.000 Tote und immer noch kein Frieden. War es das Wert?" war am Kiosk nämlich ein Flop. Wie die am Dienstag veröffentlichten IVW-Heftauflagen zeigen, wurden von diesem Heft im Einzelverkauf nur 303.988 Hefte abgesetzt – das ist der zweitschlechteste Spiegel-Wert seit dem Start der IVW-Heftauflagenmessung im Jahr 1997.

Der neue Wikileaks-Spiegel, dessen genaue Verkaufszahlen in einigen Wochen vorliegen werden, wird nun offenbar meilenweit darüber landen – sicher auch deswegen, weil es bei den Enthüllungen um deutsche Politiker geht – und nicht um einen fernen Krieg.

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