MDS-Chefredakteure attackieren Konstantin

Seit Wochen zieht Konstantin Neven DuMont in der Bild Köln, im Spiegel und im Focus über die Arbeit der Chefredakteure der einzelnen Titel aus dem Verlagshaus DuMont Schauberg her. Jetzt haben sich Uwe Vorkötter (Berliner Zeitung), Peter Pauls (Kölner Stadt-Anzeiger) und die restlichen MDS-Chefredakteurskollegen entschlossen, in einer gemeinsamen Erklärung Stellung zu beziehen. Sie erscheint am morgigen Mittwoch in allen DuMont-Tageszeitungen. MEEDIA dokumentiert den Text im Wortlaut.

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"Seit sechs Wochen werden wir beinahe täglich mit Interviews und Statements von Konstantin Neven DuMont konfrontiert. Über andere Medien, vor allem "Bild Köln", breitet er Interna des Medienhauses M. DuMont Schauberg ebenso wie Familien-Angelegenheiten öffentlich aus. Im "Spiegel" müssen wir lesen, Konstantin Neven DuMont finde den Verlag zunehmend unsympathisch. In "Bild Köln" hieß es, die Qualität der von uns geführten Zeitungen habe sich seit seiner Beurlaubung vom Vorstandsamt dramatisch verschlechtert. An anderer Stelle behauptet er, jeder mache bei MDS, was er wolle, der Wert des Unternehmens sinke. Es gebe ein Führungsvakuum, und die Mitarbeiter stünden unentschlossen zwischen ihm und seinem Vater. Sämtliche Behauptungen widersprechen der Wirklichkeit, die wir täglich erleben und setzen unser gemeinsames Haus herab sowie alle, die es repräsentieren und dafür arbeiten. Das ist Anlass für unsere Erklärung.
 
Wir, die Chefredakteure der MDS-Zeitungen, stehen zu den Beschlüssen des Aufsichtsrates, Konstantin Neven DuMont aus seinen Ämtern abzuberufen, beziehungsweise zu beurlauben. Aus Respekt gegenüber der Person und aus Loyalität gegenüber dem Unternehmen und seinen Gesellschaftern haben wir in der Öffentlichkeit bisher keine Stellung genommen. Allerdings ist Loyalität aus unserer Sicht eine Verpflichtung auf Gegenseitigkeit. Auch wir vertreten dieses Haus nach außen. Wir haben erwartet und erwarten daher, dass Konstantin Neven DuMont seinen Teil der Verpflichtung anerkennt und wahrnimmt. Zu den selbstverständlichsten Regeln gehört, der publizistischen Konkurrenz kein Material zu liefern, das im Wettbewerb gegen uns verwendet wird und Personalangelegenheiten intern und vertraulich zu behandeln.
 
Aus dem Kreis aller Mitarbeiter der Mediengruppe erreichen uns irritierte und besorgte Fragen. Umso mehr müssen wir Wert darauf legen, dass die tägliche Arbeit in unseren Redaktionen und Verlagen nicht länger durch abträgliche und substanzlose Äußerungen beeinträchtigt wird."
 
Unterschrieben ist der Text von Hartmut Augustin und Hans-Jürgen Greye von der Mitteldeutsche Zeitung. Von  Hans-Peter Buschheuer vom Berliner Kurier, der Chefin der DuMont Redaktionsgemeinschaft, Brigitte Fehrle, den FR-Chefs Joachim Frank und Rouven Schellenberger, sowie von Express-Macher Rudolf Kreitz, Mopo-Chefredakteur Frank Niggemeier, Peter Pauls vom Kölner Stadt-Anzeiger und Uwe Vorkötter von der Berliner Zeitung.
Die Erklärung der Chefredakteure wurde vorab vom Kölner Verlagshaus als Presseerklärung verbreitet. Zum Abschluss heißt es darin noch, dass der Verlags-Vorstand und die Geschäftsführer den Blattmachern ausdrücklich zustimmen und sie begrüßen. "Wir sind uns in der Beurteilung des Verhaltens von Konstantin Neven DuMont und der sich daraus ergebenden Konsequenzen einig".

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