Murdoch und Jobs planen iPad-Zeitung

Rupert Murdoch und Steve Jobs entwickeln gemeinsam die iPad-Zeitung Daily. Schon seit Monaten arbeitet Murdoch gemeinsam mit Apple-Technikern an dem Geheimprojekt, berichtet der Guardian. Dabei soll es sich um eine Mischung aus Boulevard- und Qualitätszeitung handeln, die vorerst exklusiv auf Apples Tablet-Computer und später auch auf weiteren mobilen Geräten erscheint. Ein Abo kostet 99 Cent pro Woche. Ende November soll Daily vorgestellt werden, Anfang 2011 könnte sie erstmals erscheinen.

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Leitende Angestellte der Daily, wo insgesamt rund 150 Journalisten arbeiten sollen, kommen von Murdochs Boulevardblättern Sun und New York Post. 100 Journalisten sind laut Guardian bereits jetzt eingestellt. Als Kandidat für die Chefredaktion wird Jesse Angelo gehandelt. Der leitet zurzeit die Wirtschaftsredaktion der New York Post und hat schon mit Murdochs Sohn Lachlan die Schulbank gedrückt. Sitz der Redaktion ist im 26. Stock des News-Corp-Büros in New York. Eine weitere Dependance wird Daily in Los Angeles unterhalten.
Rupert Murdoch gilt als Verfechter für Online-Bezahlinhalte. Seine englische Qualitätszeitung The Times hat er online komplett auf ein Bezahlmodell umgestellt. Das von ihm übernommene Wall Street Journal setzt schon lange auf einen Mix aus Bezahl- und Gratis-Inhalten. Murdoch hat angekündigt, bis zum Sommer 2011 alle seine journalistischen Web-Angebote kostenpflichtig zu machen. 
Apple ist am Umsatz aller Apps im iTunes-Store mit 30 Prozent beteiligt. Also wenn ein Nutzer der Daily ein Wochenabo für 99 Cent abschließt, bekommt der Konzern aus Cupercino 30 Cent davon. Wenn Apple zudem die Werbevermarktung über seine Werbeplattform iAD übernimmt, könnte er auf diese Weise noch mehr mit der iPad-Zeitung verdienen.
Murdoch hat das iPad schon mehrfach als "Game Changer" bezeichnet. In der News Corp rechnet man damit, dass bis Ende 2011 weltweit 40 Millionen der Apple-Flundern im Umlauf sind. Wenn davon nur fünf Prozent ein Daily-Abo abschließen würden, hätte Murdoch zwei Millionen zahlende Kunden für seine iPad-Zeitung – so jedenfalls das Kalkül. Von Apple heißt es, dass Steve Jobs sehr interessiert daran sei, eine Abo-Funktion für Zeitungen und Zeitschriften bei iTunes einzubauen. Daily könnte für Jobs eine Art Leuchtturm-Projekt darstellen, das zeigt, was mit dem iPad alles möglich ist. So wird denn auch spekuliert, dass Rupert Murdoch und Steve Jobs die Daily-App Ende des Monats gemeinsam präsentieren könnten. Vertreter anderer Verlage werden sie die große "Steve und Rupert Show" sicher ganz genau anschauen.

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