15 Gründe, warum Medien twittern sollten

Medienmacher sollten twittern: In seinem Blog führt der Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger 15 Punkte auf, warum Medienunternehmen den Micro-Bloggindienst nutzen sollten. Die Einschätzung vieler seiner Kollegen, Twitter habe nichts mit dem Nachrichtengeschäft zu tun, hält er für falsch. Ganz im Gegenteil: Zum Beispiel eigne es sich hervorragend zur schnellen Verbreitung, zum Finden von Augenzeugen und als Suchmaschine mache es sogar Google Konkurrenz. MEEDIA hat seine Ratschläge zusammengefasst.

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1. Es ist eine großartige Vertriebsform
Twitter ist ein äußerst wirkungsvolles Mittel zur Verbreitung von Ideen und Inhalten – und vor allem ist es schnell. "Die Lebenserwartung von exklusiven Informationen ist mittlerweile in Minuten messbar, wenn nicht in Sekunden." Von den 140 Zeichen sollte sich niemand abschrecken lassen. "Viele der besten Tweets sind Links".

2. Bei Twitter passieren Dinge zuerst
Viele Nachrichten entstehen zuerst auf Twitter. Es gibt dort Millionen Menschen, die selbst die kleinsten Dinge aufgreifen. Die Chancen ein Gerücht zu finden, das später zur Nachricht wird, sind hoch.

3. Als Suchmaschine ist Twitter ein Google-Rivale
Twitter sucht in mancher Hinsicht besser als Google, denn es geht einen Schritt weiter als der Suchmaschinen-Gigant. Es nutzt die Intelligenz der Masse um Inhalte zu finden, die neu, relevant oder unterhaltsam sind.

4. Es ist ein gewaltiges Aggregations-Werkzeug
Twitter ist ein personalisierter News-Feed. Wer spannenden Menschen folgt, wird mit aller Wahrscheinlichkeit auch mit spannenden Informationen versorgt. "Sie können sich zurücklehnen und die Menschen, die Sie bewundern oder respektieren, einfach für Sie suchen lassen."

5. Es ein tolles Recherche-Tool
Viele der besten Reporter nutzen Twitter als Hilfe, Informationen zu sammeln. Mit Twitter lassen sich zum Beispiel Zeugen für bestimmte Ereignisse finden, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Anders wäre diese oft schwer zu finden.

6. Es ist eine fantastische Form des Marketings
Wer einen Artikel oder Blogeintrag geschrieben hat, kann es via Twitter alle wissen lassen. "Schlagen Sie Alarm bei ihren Followern. […] Wenn Sie es wirklich mögen, dann wird es – wie wir sagen – viral. Ich habe nur 18.500 Follower. Aber wenn ich von unserem Kolumnisten Charlie Brooker geretweeted werde, erreiche ich auf einen Schlag 200.000.

7. Es können gemeinsame Gespräche entstehen
Es gibt nichts Schlimmeres als keine Reaktionen zu erhalten. "Mit Twitter bekommen Sie sofort ein Feedback".

8. Es ist facettenreicher als traditionelle Medien
Twitter gibt jedem eine Stimme

9. Der Ton des Schreibens ändert sich
Tweets sind kurz, persönlich, humorreich und vermischen stärker Tatsachen und Meinungen. "Journalisten lernen das schnell. Sie beginnen anders zu Schreiben."

10. Es ist ein Spielfeld der Hierachielevel
Auch wer völlig unbekannt ist, kann ein großes Publikum ansprechen. "Ein bekannter Name kann anfangs User anlocken. Aber wer nichts zu sagen hat, spricht in einen leeren Raum."

11. Die Nachrichtenwerte sind andere
Entscheidungen die Journalisten treffen, unterscheiden sich von denen der Twitter-Nutzer. Was zehntausende User spannend finden, muss nicht dasselbe sein, was ein Redakteur für relevant befindet. "Wir können das natürlich ignorieren. Aber sollten wir?"

12. Die Aufmerksamkeitsspanne ist lang
Twitter ist nicht einfach ein "stream of consciousness" – wie oft unterstellt. Bestimmte Dinge verfolgt die Twittergemeinde noch "lange nachdem die Karawane von professionellen Journalisten bereits weitergezogen ist."

13. Es entstehen Communities
Es bilden sich Interessengemeinden für gewisse Ideen, Ereignisse, Kulturen oder Regionen.

14. Die Vorstellung von Autorität ändert sich
Bei Twitter entsteht eine "peet to peer"-Autorität. Auf eine Expertenmeinung wird nicht mehr gewartet, man holt sie sich von einem anderen Nutzer.

15. Twitter ist ein Agent des Wandels
Unternehmen lernen bereits die Macht der Gemeinschaftsmedien zu respektieren. Auch für die Politik wird Social Media zur Herausforderung, zum Beispiel in Bezug auf die Rechtschreibe-Regelungen.

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