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Topseller: Bauer provoziert Grosso

Der nächste Ärger mit dem Grosso-Verband scheint programmiert: Erst präsentierte Bauer eine Untersuchung, die nachweist, dass der Einzelhandel seine Presseeinnahmen kräftig steigern würde, wenn die Supermärkte nur noch Top-Seller-Magazine verkaufen und besser platzieren würden. Jetzt legen die Hamburger mit einer unterstützenden Kampagne, inklusive provokanter Webseite, nach. Im Netz steht jetzt die schon länger umstrittene Top-100-Liste der umsatzstärksten Print-Hefte.

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Auf dem Motiv der Print-Kampagne ist ein Pömpel zu sehen. Der Text dazu: "Leiden Sie auch unter Regalverstopfung." Weiter heißt es im kleiner gedruckten: "Mehr Platz für Premium: Platzieren Sie nur die Topseller in Vollsicht, an denen Sie wirklich etwas verdienen!" Zudem enthält die Anzeige die URL zur unterstützenden Webseite Sie-haben-die-macht.de.

Die Startseite der neuen Kampagnen-Site

Vor allem die Webseite birgt das größte Konflikt-Potential. Möglicherweise mit voller Absicht wurde die Site extra im Grün des umstrittenen Top-100-Siegels gestaltet. Kernangebot der Site ist eine Checkliste, die Einzelhändlern helfen soll, alle "Potenziale ihres Presseregals voll auszuschöpfen" und eine Übersicht der wichtigsten Topseller.

Besonderer Hngucker der Liste: Nur die Bauertitel sind mit ihrem jeweiligen Logo versehen. Dieselbe Liste führte beim Streit um das Top-100-Siegel zu viel Ärger – jetzt recycelt Bauer die Übersicht im Web.

Der Grundgedanke, wie Bauer die Einzelhändler davon überzeugen will, nur die großen Magazine und dann auch noch in Vollansicht zu präsentieren, ist in sich logisch: "Schaffen Sie Platz für die echten Umsatzbringer in ihrem Presseregal. Mit einer prominenten Platzierung ihrer marktindividuellen Topseller."
Bereits die Ankündigung der Bauer-Initiative wurde Arbeitskreis Mittelständischer Verlage kritisiert. Die "Regaloffensive" berühre die Interessen von Special Interrest Zeitschriften "mit qualitativ hochwertigen Inhalten und anspruchsvollen Copypreisen", schreibt der AMV in einer Mitteilung. Dies würde die Vielfalt der Zeitungs- und Zeitschriftentitel gefährden.

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