Frau zu Guttenberg als Zockerin bei Jauch

Fast neun Millionen Zuschauer konnten am Donnerstagabend verfolgen, wie Günther Jauch Stephanie zu Guttenberg, die Gattin von Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg, ein Stück weit entzauberte. Frau zu Guttenberg wusste erstaunlich wenig und musste sich viel vorsagen lassen. Am Ende zockte sie um eine halbe Million Euro für ihren Verein “Innocence in Danger” - und hatte pures Glück, dass sie richtig lag. Es ging um einen Kinderpsychiater, der ein berühmtes Kinderbuch geschrieben hat.

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Jauch bekniete Stephanie zu Guttenberg mit 125.000 Euro auszusteigen und redete ihr mehrfach ins Gewissen. Sie müsse die Verantwortung tragen, wenn das schiefgehe, sagte Jauch.  Die Frage war, welches Kinderbuch vom früheren Leiter der Kinderpsychatrie des Klinikums in Frankfurt am Main geschrieben wurde: “Der Struwwelpeter”, “Urmel aus dem Eis”, “Räuber Hotzenplotz” oder “Puh, der Bär.” Die beiden letzteren konnte Stephanie zu Guttenberg ausschließen. Zwischen “Struwwelpeter” und “Urmel” schwankte sie jedoch. Ihr Telefonjoker – ein Kinderarzt – wusste auch nicht weiter. Mal meinte sie, das müsse der “Struwwelpeter” sein, weil in dem Buch Verhaltensweisen von Kindern thematisiert werden. Dann wieder tendierte sie zum “Urmel”, weil sie den Autoren des “Struwwelpeter” plötzlich als Kinderarzt verortete und dachte der Psychatrie-Leiter müsse dann das andere Buch verfasst haben. Jauch brachte es auf den Punkt: “Sie wissen es nicht!” Stephanie zu Guttenberg: “Es ist doch nur ein Spiel!”. Jauch: “Ja wenn Sie das so sehen, bitte …”
Frau zu Guttenberg war gewillt zu zocken. Sie blickte ins Publikum zur mitgereisten Geschäftsführerin des Vereins “Innocence in Danger”, den sie vertritt und der sich für missbrauchte Kinder einsetzt. “Ich frage mal meine Geschäftsführerin, was die dazu meint”, sagte sie. Jauch schnaubte. Bei “Wer wird Millionär?” sei das wie in der Politik, belehrte er die Minister-Gattin, wer Verantwortung habe, solle diese nicht delegieren. Und sie sitze nun mal hier als Präsidentin für die deutsche Sektion von “Innocence in Danger”. Jauch: “Wenn das schief geht, bleibt es an Ihnen hängen.” Frau zu Guttenberg fragte trotzdem und holte sich von der Geschäftsführerin das OK zum Zocken.
Ina Müller und Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann hatten bei vorhergehenden einfachen Fragen Frau zu Guttenberg eifrig vorgesagt. Die Ministergattin wusste beispielsweise nicht, was eine Besenwirtschaft ist. Aber auch die Vorsager waren bei der 500.000-Euro-Frage ratlos. Am Ende entschied sich Stephanie zu Guttenberg, die zuvor noch zum “Urmel” tendiert hatte, wieder um auf den “Struwwelpeter” und hatte pures Glück.  “Der Struwwelpeter” wurde um das Jahr 1845 von dem Frankfurter Arzt Dr. Heinrich Hoffmann geschrieben. Hoffmann war von 1851 bis 1888 Leiter der städtischen Nervenheilanstalt in Frankfurt und gilt als erster Vertreter der Jugendpsychatrie. Die Sache nahm ein gutes Ende und Stephanie zu Guttenberg hatte für ihren Verein eine halbe Million Euro erzockt. Sie hätte genausogut mit 500 nach Hause gehen können – es war wie ein Würfelspiel. Später in der Sendung stieg der Komiker Bülent Ceylan bei 125.000 Euro aus. “Es geht ja um eine gute Sache und mit Kindern zockt man nicht”, sagte er. Stephanie zu Guttenberg hat an dem Abend die halbe Million gewonnen – aber einiges an Sympathien verspielt.

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