Yahoo: Schlägt Rupert Murdoch zu?

Seit fast zwei Jahren leitet Carol Bartz bei Yahoo die Geschicke. Doch seit dem stagniert die Entwicklung. Das könnte nun Folgen haben: Die Wall Street spekuliert immer offener über eine Fusion oder mögliche Übernahme. Während ein Zusammenschluss mit dem anderen Dot.com-Dino, AOL, Anlegern wohl nur schwer zu verkaufen wäre, wird nun über den letzten großen Tycoon des Mediengeschäfts diskutiert: Rupert Murdoch könnte mit seiner News Corp. zugreifen, berichten US-Medien.

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Seit fast zwei Jahren leitet Carol Bartz bei Yahoo die Geschicke. Doch seit dem stagniert die Entwicklung. Das könnte nun Folgen haben: Die Wall Street spekuliert immer offener über eine Fusion oder mögliche Übernahme. Während ein Zusammenschluss mit dem anderen Dot.com-Dino, AOL, Anlegern wohl nur schwer zu verkaufen wäre, wird nun über den letzten großen Tycoon des Mediengeschäfts diskutiert: Rupert Murdoch könnte mit seiner News Corp. zugreifen, berichten US-Medien.

Liegt die Zukunft für Yahoo in der Vergangenheit? Es scheint fast so zu sein – und zwar fast alternativlos. Welche Optionen derzeit auch an der Wall Street durchgespielt werden: Immer wieder führen sie zu alten Bekannten zurück. AOL wurde etwa zuletzt immer wieder genannt, der alte Weggefährte aus den glorreichen 90er-Jahren, als die Internet-Welt noch jung, aufregend und vor allem übersichtlich war.       

Doch ob Yahoo tatsächlich mit AOL zurück in die Zukunft starten könnte, erscheint mehr als fraglich – was nicht zuletzt an AOLs eigenen Problemen liegt. Der ebenfalls zum Internetportal gewandelte frühere Access-Pionier schrumpft weiter von Quartal zu Quartal und hat bisher keine überzeugende Überlebensstrategie vorgelegt. Mit einem Börsenwert von drei Milliarden Dollar wäre AOL, verglichen mit Yahoos Marktkapitalisierung von 22 Milliarden Dollar, der klare Juniorpartner.

Private Equity-Buyout – und dann AOL-Merger?

Glaubt man Wall Street-Gerüchten, müsste CEO Carol Bartz dennoch weiter allen Grund zur Sorge haben. Eine weitere Option könnte nämlich in einem klassischen Private-Equity-Buyout bestehen – also einer Übernahme durch eine Investorengruppe inklusive Börsenrückzug. In der Folge könnte Yahoo so mit AOL fusioniert und als CEO der jetzige AOL-Vorstand Tim Armstrong installiert werden. Der kantige Ex-Google-Manager gilt als Mann der Wall Street, hat aber in seinem ersten Jahr bei AOL kaum mehr erreicht als Carol Bartz bei Yahoo.

Eine andere Option brächte wohl die gewaltigste Umwälzung mit sich und zehn Jahre nach AOLTimeWarner den nächsten Großversuch, klassische und neue Medien zusammenzubringen – nur anders herum: Rupert Murdoch könnte mit seiner News Corp. zuschlagen. Das hält zumindest der "Alley Insider" für möglich. Auch hier könnten Private-Equity-Investoren eine maßgebliche Rolle spielen.

Die Wall Street will Fantasie sehen

Die Indizienlage ist allerdings noch dünn: Der "Alley Insider" führt an, dass sich "Chief Yahoo" Jerry Yang und der Chef der News-Corp-Digitalsparte, Jon Miller, gut verstünden und Yahoo ja unlängst den News-Corp-Manager Ross Levinsohn verpflichtet hätte – naja.  Angesichts eines nötigen Premium-Preises, den Yahoo-Aktionäre basierend auf der aktuellen Bewertung von 22 Milliarden Dollar fordern würden, erscheint der Internet-Pionier nicht unbedingt als das erste Übernahmeziel des harten Rechners Rupert Murdoch, der sich mit dem sozialen Netzwerk MySpace zuletzt erst die Zähne ausgebissen hat.

Vielmehr erscheint eine denkbare Übernahme oder Zwangsfusion mehr der Logik der Wall Street zu entsprechen: Über ein Jahrzehnt ist einfach nichts Bahnbrechendes mehr bei Yahoo passiert – auch Carol Bartz hat es bisher nicht geschafft, dem Dot.com-Pionier neue Fantasie einzuhauchen.

Existenzsorgen muss sich Yahoo vorerst keine machen: Das Unternehmen verdient weiter gute Dollars im Web und konnte zuletzt die Gewinne steigern – allerdings vor allem durch Sparmaßnahmen. Wenn Bartz nicht handelt, handeln die Investoren. Das weiß die 62-Jährige selbst und erklärte gestern auf der Web 2.0-Konferenz, ihr gefalle es, CEO eines börsengelisteten Unternehmens zu sein. Eine Absage an einen Private-Equity-Buyout klingt anders. 

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