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P7S1-Aktie bei 20 Euro: Luft jetzt raus?

Eine der größte Erfolgsgeschichte der Medienbranche 2010 – zumindest an der Börse. Um 150 Prozent liegt die Aktie von ProSiebenSat.1 seit Januar schon wieder vorne, unglaubliche 1000 Prozent sind es sogar seit rund eineinhalb Jahren. Keine Frage: Die Münchner sind die Börsen-Überflieger der Branche. Doch bei 20 Euro scheint sich ein härterer Widerstand auszubilden: Auch immer höhere Kursziele nach den zuletzt starken Quartalszahlen heben das Papier nicht. Ist die Aktie ausgereizt – oder holt sie nur Luft?

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Eine der größte Erfolgsgeschichte der Medienbranche 2010 – zumindest an der Börse. Um 150 Prozent liegt die Aktie von ProSiebenSat.1 seit Januar schon wieder vorne, unglaubliche 1000 Prozent sind es sogar seit rund eineinhalb Jahren. Keine Frage: Die Münchner sind die Börsen-Überflieger der Branche. Doch bei 20 Euro scheint sich ein härterer Widerstand auszubilden: Auch immer höhere Kursziele nach den zuletzt starken Quartalszahlen heben das Papier nicht. Ist die Aktie ausgereizt – oder holt sie nur Luft?

Wer hätte das vor 20 Monaten für möglich gehalten: Einen Umsatzrückgang und  einen Absturz in die Verlustzone musste der neue Vorstand Thomas Ebeling im März 2009 verkünden, die Aktie fiel auf eine überschaubare Größe zurück: 1 Euro.

Rund eineinhalb Jahre später notieren die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 wieder auf einem glatten Kursniveau – es ist nur zwanzig Mal höher. Ganz genau: 20 Euro je Aktie bewilligt die Börse wieder für die Münchner Senderfamilie, die sich immer noch mehrheitsmäßig im Besitz der Private Equity-Investoren KKR und Permira befindet. Oder anders formuliert: Wer im Frühjahr 2009 die Chuzpe besessen und für 50.000 ProSiebenSat.1-Aktien eingesammelt hätte, wäre heute Millionär.

Einige Analysten stufen hoch und sehen weiteres Kurspotenzial…

Und vielleicht bald mehr, wenn man den jüngsten Analystenschätzungen glauben darf. Nach den in der vergangenen Woche vorgelegten starken Quartalszahlen ist die Bankenbranche weiter voll des Lobes für das Münchner Comeback-Kid. Etwa Morgan Stanley: Analyst Julien Rossi hob Montag das Kursziel von 19,50 Euro auf nunmehr 23,85 Euro an und stuft das Papier weiter mit „overweight“ ein – „übergewichten“, heißt das im Banker-Sprech.  

Gleiches tat Rossis Branchenkollege Richard von der US-Investmentbank Goldman Sachs: Auch hier gilt weiterhin die Empfehlung „Kaufen“ – und zwar mit einem neuen Kursziel von 26 nach zuvor 25 Euro.   

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…während andere den Daumen senken
     
Doch nicht jeder Analyst bricht angesichts anhaltenden Gewinnwachstums  mehr in überschwänglichem Jubel aus. Lars Lusebrink, Analyst bei Independent Research, behielt etwa schlicht sein Kursziel von 23 Euro bei. Die Commerzbank ging gar noch einen Schritt weiter und stufte den MDax-Konzern von „kaufen“ auf „übergewichten“ zurück, um das Kurziel ebenfalls zu belassen – bei aber nur noch 22 Euro.      

Die jüngste Reaktion der Börse scheint die Unterstellung zu bestätigen: Nachdem die Aktie im Zuge der vorläufig veröffentlichten Quartalszahlen abermals in einem Kurssprung ansetzte, der das Papier bei 22 Euro auf neue Jahreshochs beförderte, geht nun nicht mehr so viel. Auf exakt 20 Euro ist die P7S1-Aktie gestern in einem schwachen Markt zurückgefallen – allerdings tiefer und schneller als der Vergleichsindex.

Ob es sich dabei um die viel zitierten Gewinnmitnahmen oder das Ende einer sensationellen Rallye handelt, werden die nächsten Handelswochen zeigen. Viel zu verteidigen hat sie, die Traumfabrik aus Unterföhring. Das gilt nicht zuletzt für die Besitzer KKR und Permira: Gerüchten zufolge wollen die Anteilseigner ihr Aktienpaket im nächsten Jahr an der Börse platzieren.  Auch beim Verkauf gilt schließlich: Timing ist alles.

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