Erster Check: das Stern-eMagazin fürs iPad

Was lange währt, soll endlich gut werden: Ab sofort ist der Stern als eMagazine im AppStore erhältlich. Der Tablet-Start hatte sich immer wieder verzögert, weil Gruner + Jahr ursprünglich auf das Pannen-Tablet WeTab von Neofonie setzte. Jetzt soll das iPad es richten. Mit dem eMag will man die bildstarken Inhalte des Heftes ins digitale Zeitalter heben. Nicht als reines Abbild, sondern als eigenständige Anwendung mit eigenem Content. MEEDIA hat die App ausprobiert und findet: Der digitale Stern überzeugt.

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Ab sofort steht der Stern als eMag im AppStore zum Download bereit. Die erste Ausgabe ist kostenlos. Danach soll jede Ausgabe am Mittwoch um 18 Uhr für 2,99 zum Download bereit stehen. Ein vollwertiges Abbild der aktuellen Ausgabe ist die Pilot-App allerdings noch nicht. User sollen erst einmal warm werden mit dem digitalen Stern. Die Schnupperausgabe enthält ausgewählte Artikel und Reportagen aus dem Magazin.

Mehrwert für eMag-Leser
Eröffnet wird es mit einem Video-Editorial der Chefredaktion, das später wöchentlich erscheinen soll. Für die erste Ausgabe stehen Thomas Osterkorn und Andreas Petzold einmalig gemeinsam vor der Kamera. Das Print-Magazin ist bekannt für seine starken Bilder, wurde in diesem Jahr erneut mit einem Lead-Award ausgezeichnet. Diese Kernkompetenz will man am Baumwall auch auf das iPad übertragen. Dafür enthält die Gratisausgabe die preisgekrönte Fotostory „Ausbruch ins Leben“, die durch eine Audioslideshow mit Kommentaren von den Machern der Strecke ergänzt wurde.

Die Grafik-Abteilung des Sterns liefert zum App-Start eine interaktive Infografik zum Thema Herz-Kreislauf. Und auch kurzweilige Formate aus dem Heft, darunter die Sudoku- und Kreuzworträtsel, sind in der App verfügbar. Mehrwert für iPad-Leser: Die Bestseller-Listen für Musikalben sind per Fingerdruck mit Hörproben verbunden und können auf Wunsch direkt bei iTunes gekauft werden. Genau wie bei der Spiegel-iPad-App verlinken ausgewählte Artikel im eMag auf Topthemen des Online-Portals.

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MEEDIA hatte Gelegenheit, die iPad-App einem ersten Live-Check zu unterziehen. Bei der ab Mittwoch erhältlichen kostenlosen Schnupperversion handelt es sich um ein Best of von lesenswerten Magazin-Stories, Bildstrecken sowie einigen interaktiven Features, wie etwa der Rubrik "Prominenten in den Mund geschoben", bei der der Nutzer die Sprechblasen per Knopfdruck einfliegen lassen kann. Ob der Leser solche Spielereien braucht, sei dahingestellt. Interessanter ist die Infografik, die sich der iPad-Leser Zug um Zug erarbeiten kann. Gut gelöst ist die Präsentation der Foto-Doppelseiten, wo die Bildtexte fehlen und nur bei Bedarf eingeblendet werden.
Das Nutzungskonzept weist eine Besonderheit auf. Einerseits kann man die Seiten in der gewohnten Art "weiterwischen" und sich so durchs Blatt bewegen. Gleichzeitig gibt es eine vertikale Navigation, die alle Geschichten in die Tiefe auffächert und die Folgeseiten präsentiert. Nach kurzer Gewöhnungszeit klappt das erstaunlich gut; die App bleibt kompakt und übersichtlich und erlaubt es doch, eine große Informationsfülle anzubieten. Die Ansteuerung der einzelnen Inhalte läuft flüssig.

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Der Gesamteindruck ist überzeugend. Das liegt auch an der Stern-typischen hochwertigen Bildsprache und dem fürs iPad-Format idealen Mix aus Text und Fotos. Besonders elegant erscheinen die Autoren-Geschichten. Das Porträt des Lebens von Bestseller-Autor Stieg Larsson ist dafür ein besonders überzeugendes Beispiel, das zeigt: In der Ruhe liegt beim iPad die Kraft. Für die Redaktion ist die Erstellung des eMagazins ein dauernder Kraftakt, da alle Seiten doppelt für Apples Tablet angepasst werden – einmal als Quer- und einmal als Hochformat, je nachdem, wie die Nutzer ihr iPad halten. Praktische Regel: Geblättert wird quer, gelesen hochkant.

eMag abgekoppelt vom Heft
Stern-Chefredakteur Thomas Osterkorn: „Wir freuen uns darauf, unseren Lesern die Geschichten, Bilder und das, was den stern ausmacht, auf diesem wichtigen neuen Medieninstrument jede Woche nahe zu bringen.“ Doch was stern.de an Pioniergeist auf dem iPhone vorlegte, konnte der Stern auf dem iPad nicht einhalten. Die stern.de-App war eine der ersten in Deutschland. Das bescherte dem Online-Portal mittlerweile weit über 500.000 Downloads. Der Tablet-Start hingegen musste immer wieder verschoben werden. Grund für die Verspätung waren die Irrungen und Wirrungen um eine Kooperation mit Neofonie. Ursprünglich sollte der digitale Stern auf dem WeTab erscheinen. Diese Pläne wurden vor einiger Zeit auf Eis gelegt.

Redaktionell bleibt das eMag an die Heftproduktion gebunden, allerdings als eigenständige Anwendung. Das bedeutet, dass Heftbeilagen und Themenspecials der Printausgabe nicht in der App erscheinen. Diese aber wiederum um multimediale Inhalte ergänzt wird. Eine Vorschau, wie die App sich bedienen lässt, gibt es hier.

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