Das war’s dann, liebe Telekom!

T-Mobile, das seit einiger Zeit nicht mehr T-Mobile heißt, hat nicht nur den Exklusiv-Vertrieb des iPhones in Deutschland verloren, sondern auch einen Kunden: mich. Wenn der aktuelle Vertrag ausgelaufen ist, werde ich der Telekom kündigen und nie mehr zurückkehren. Der rosarote Telefon-Riese bemüht sich zwar, aber die kafkaesken Strukturen des ehemaligen Staatskonzerns können einen Kunden nach wie vor in die Verzweiflung treiben. Chronik einer angekündigten Kündigung.

Anzeige

T-Mobile, die seit einiger Zeit nicht mehr T-Mobile heißen, haben nicht nur den Exklusiv-Vertrieb des iPhone in Deutschland verloren, sondern auch einen Kunden: mich. Wenn der aktuelle Vertrag ausgelaufen ist, werde ich der Telekom kündigen und nie mehr zurückkehren. Der rosarote Telefon-Riese bemüht sich zwar, aber die kafkaesken Strukturen des ehemaligen Staatskonzerns können einen Kunden nach wie vor in die Verzweiflung treiben. Chronik einer angekündigten Kündigung.

Es begann alles eigentlich ganz freundlich und friedlich. Nach einem abschreckenden Besuch in einer dieser dieser schmuddeligen Filialen einer Handy-Vertriebs-Klitsche namens Phone-Galaxy oder Phone-Irgendwas in der Fußgängerzone, erschien der T-Punkt als Hort der Seriosität und Kundennähe. Ein neues iPhone bitteschön. Ja gerne. Alles vorrätig. Kein Problem. Vielen Dank. Super Rufnummer. Auf Wiedersehen und schönen Tag. Die Welt leuchtete magenta.

Anfangs funktionierte auch alles. Der Handy-Empfang war zwar nicht berauschend und tendenziell etwas schlechter als zuvor mit dem Vodafone-Netz – aber ich lebe auf dem Land und da will man nicht meckern. Mit 3G hatte ich ohnehin nicht gerechnet – macht aber auch nix, denn zuhause hat man ja Wifi.

Ungefähr einen Monat nach Erwerb des iPhones dann der erste Aussetzer: “Kein Netz”. Stand ganz oben links im iPhone. So eine Störung kann ja mal vorkommen. Sicher gleich wieder behoben. Das “gleich” dehnte sich zwei Tage. Da die anderen Telefone im Haus und das Wifi liefen und auch keine Reise anstand, hielt sich der Leidensdruck in Grenzen. Trotzdem mal bei der Telekom angerufen. Von einer Störung ist nichts bekannt aber sie wollten das gerne prüfen usw. Das Erfreuliche: Man kam schnell durch, der Callcenter-”Agent” war freundlich und eifrig. Sogar eine Gutschrift von fünf Euro wurde für die “Unannehmlichkeiten” in Aussicht gestellt und später sogar gutgeschrieben. Einige Stunden später funktionierte alles wieder. Schwamm drüber, dachte ich.

Drei Wochen später wieder: “Kein Netz”.  Am zweiten Tag der erneute Anruf beim Callcenter, wieder Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, großes Verständnis. Man verbindet zu irgendeiner Störungsstelle. Dort die Auskunft: Ein Funkmast ist defekt, wird repariert, kann leider dauern, man arbeitet so schnell es geht. Gutschrift diesmal: 20 Euro, für die “Unannehmlichkeiten”. Nun gut. Das Leben geht weiter und nach geschlagenen vier Tagen ging es auch mit dem Handy-Empfang weiter. Was nicht kam war die versprochene zweite Gutschrift. In der Abwägung Lebenszeit gegen Hotline-Generve wegen Gutschriften-Beschwerde gewann die Lebenszeit.

Vor wenigen Tagen nun wieder: “Kein Netz”, den halben Tag lang. Nun ein schon deutlich gereizterer Anruf bei der Telekom-Hotline. Dort war man, wie immer, freundlich und engagiert, hatte sich aber auch ein paar neue, reichlich fadenscheinige Ausreden zurechtgelegt.

Hotline: “Das iPhone hat ja nun auch nicht den besten Empfang….”

Ich: “Erstens hatte ich die meiste Zeit aber Empfang, zweitens habe ich auch mit meinem alten SonyEricsson-Handy, in das ich die Karte probeweise getan habe, keinen Empfang, drittens klingt das jetzt nach einer Ausrede.”

Es folgten wortreiche Erläuterungen, dass in meinem Wohnbereich die Abdeckung nicht so besonders dolle sei und vielleicht ja die Gemeinde etwas gegen die Errichtung eines weiteren Funkmasts hätte usw. Aber das Problem war ja: Mal geht es, mal geht es nicht! Man versprach, sich der Sache anzunehmen und den Fall an das “Multimedia-Center” (was, um Himmels Willen!?) weiterzuleiten. Die Kollegen würden den Fall bearbeiten und mir eine SMS mit einer Auftrags-ID aufs zukommen lassen. Mit dieser ID könne ich dann stets auf den aktuellen Fall Bezug nehmen. Ich wies darauf hin, dass ich die SMS gar nicht bekommen könne, ich hatte ja kein Handy-Netz. “Ja, dann bekommen Sie die eben, wenn das Netz wieder geht. Die Auftrags-Bearbeitung dauert ohnehin zwei bis drei Tage.” Zwei bis drei Tage!? Man bot mir höflich an, für mich eine Rufumleitung meiner Handynummer aufs Festnetz einzurichten – ich selbst konnte das aus bekannten Gründen ja gerade nicht, so dass ich keine dringlichen Handy-Anrufe versäume.

Kaum war die Rufumleitung eingerichtet, ging das Netz auch schon wieder. Einen Tag später erhielt ich auch prompt via SMS eine ominöse Auftrags-ID und nochmal zwei Tage später quatschte mit einer Telekom-Mitarbeiter des Service-Centers Netztechnik-Multimedia-Service mit unterdrückter Rufnummer auf die Mailbox (Handy ging gerade nicht), dass mein Wohnort zwar “generell mit GSM versorgt sei”, es aber “topographisch schwierig werden könnten, falls sie dort ein iPhone nutzen wollen. Ein “weiterer Ausbau sei definitiv nicht geplant.”  

Jetzt ist der Handy-Empfang mal da (meistens) und meistens zwei bis dreimal am Tag für mehrere Minuten weg. Und ich bin dann auch bald weg – als Kunde der Telekom.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige