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Die Topthemen der Polit-Talkshows

Immer, wenn es ums Geld geht, sind politische Talkshows besonders beliebt. Das ist eins der Ergebnisse einer MEEDIA-Analyse der aktuellen Talk-Quoten. Ob "Anne Will", "Hart aber fair", "Maybrit Illner" oder "Menschen bei Maischberger" - Hartz IV, die Euro-Krise und das Thema Schulden sind die größten Quotenbringer. Die meistgesehene der vier Talkshows bleibt dabei weiterhin "Anne Will" - 4,09 Mio. sahen in den vergangenen 12 Monaten im Durchschnitt zu.

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Für unsere Analyse haben wir die Zuschauerzahlen der vier großen monothematischen Talkshows von ARD und ZDF ausgewertet. Um zu erkennen, welche Themen die Menschen besonders interessieren, haben wir dann die jeweils fünf erfolgreichsten Sendungen der vergangenen 12 Monate ausgesiebt.

"Anne Will":
Eine Ausgabe des Sonntags-Talks kam in den vergangenen 12 Monaten über die 5-Mio.-Marke: 5,09 Mio. interessierten sich Ende September für das Thema "Die ‚Hartz-Gesellschaft‘ – Ist Nehmen seliger denn Geben?". Und auch zwei weitere der Top-5-Themen haben mit dem lieben Geld zu tun: "Steuerflüchtlinge am Pranger – Reiche ohne Moral?" hieß es im Februar und "Euro fällt, Kasse leer – sind wir bald alle pleite?" im Mai. Eins der großen Themen, das die Deutschen 2010 bewegt hat, hat ebenfalls den Sprung in die Top 5 geschafft: die Diskussion zur Bundespräsidentenwahl war im Juni mit 4,98 Mio. Sehern die zweiterfolgreichste "Anne Will"-Sendung der vergangenen 12 Monate. Ergänzt wird die Top 5 durch das Thema "Aus dem Labor auf den Tisch – aber ist Bio wirklich besser?". Die erfolgloseste "Anne Will"-Sendung im Wertungszeitraum war übrigens die mit der Schlagzeile "Obama ruft! Mehr Soldaten, mehr Krieg?" – sie kam nur auf 3,02 Mio. Seher.

"Hart aber fair":
Bei "Hart aber fair" gibt es an der Spitze der Zuschauercharts einen Sondereffekt. Beliebtestes Thema des Jahres war nämlich die Ausgabe zum Thema "Sekten, Gurus und Gehirnwäsche – Wie gefährlich sind moderne Seelenfänger?", die sage und schreibe 7,52 Mio. Leute verfolgten. Dank des direkt davor ausgestrahlten, umstrittenen Scientology-Films wurde die "Hart aber fair"-Ausgabe damit in unserem Wertungszeitraum zur erfolgreichsten Talkshow im deutschen Fernsehen. Auf den weiteren Plätzen dominiert aber auch hier das Thema Geld: "Genug ist noch zu wenig – Warum regiert uns die Gier?" sahen 4,79 Mio., "Banküberfall auf die Schweiz – was ist erlaubt beim Kampf gegen Steuerbetrüger?" 4,54 Mio. und "Hurra, wir retten den Euro – und wer rettet dann uns?" 4,25 Mio. Platz 5 geht an die Regierung: "Streiten und Vertagen: Ist Merkels Murks-Koalition noch zu retten?". Auch hier ein Blick auf dier schwächste "Hart aber fair"-Sendung": Die drehte sich um das vor allem von der Bild breitgetretene Thema Sicherheitsverwahrung: "Mörder in Freiheit, Bürger in Angst – versagt unsere Justiz?" wollten am 18. August nur 2,23 Mio. Leute sehen.

"Maybrit Illner":
Bei "Maybrit Illner" hat es wiederum das Thema Hartz IV an die Spitze der Beliebtheitsskala geschafft. "Polemik oder Politik – Was will Westerwelle wirklich?" hieß es im März – gemeint war die von Westerwelle angezettelte Diskussion um die spätrömische Dekadenz in Zeiten von Hartz IV. 3,41 Mio. sahen damals zu – so viele wie bei keiner anderen "Maybrit Illner"-Sendung der vergangenen 12 Monate. Auf den weiteren Plätzen folgen dann u.a. die Sendung "Bürgerwut – Verstehen die Politiker nur noch Bahnhof?" und eine weitere Geld-Sendung mit dem Namen "Hartz Fünf – Zum Leben zu wenig oder zum Arbeiten zu viel?". "Maybrit Illner" ist zudem der einzige der vier Talks, in dem es die Diskussion um die Sarrazin-Thesen in die Top 5 geschafft hat: "Kampf der Kulturen? – Sarrazins Spiel mit der Ausländerangst" sahen 2,92 Mio. Ebenfalls dabei: "Tanz in den Tod – Warum wurde die Loveparade zur Katastrophe?". Schwächste Ausgabe des ZDF-Talks war "Eltern unter Verdacht – Geld für Kinder oder für Schnaps?" – allerdings lief diese Sendung auch auf einem ungewöhnlichen späten Sendeplatz.

"Menschen bei Maischberger":
Sandra Maischberger hat sich gerade erst über eine ihrer besten Zuschauerzahlen gefreut. In der vergangenen Woche waren u.a. Ingrid Steeger und Peter Zwegat zu Gast und diskutierten ebenfalls über das Geld: "Leben mit der Pleite: Geld weg, Ansehen weg?" lockte um 22.50 Uhr 2,57 Mio. ins Erste – ein Top-Ergebnis. Drei weitere Geld-Sendungen folgen auf den Plätzen zwischen 2 und 5: "Sozialstaat am Ende – Zahlt gefälligst alles selbst!", "Happy Birthday, Hartz IV: Verhasst, aber erfolgreich?" und "Ihr da oben, Ihr da unten: Wer sind die wahren Asozialen?". Dazwischen geschoben hat sich lediglich die Regierungskoalition: "Krise regiert, Politik dilettiert?" kam auf 2,30 Mio. Zuschauer. Schwächste Maischberger-Ausgabe war die vom 6. April: "Ballkleider für Hunde, Psychotherapie für Katzen – Wie weit darf Tierliebe gehen?" interessierte nur 0,93 Mio. Leute. Allerdings lief auch diese Ausgabe später als gewohnt.

Fazit:
Die Aufreger-Themen des Talk-Jahres 2010 drehen sich offenbar alle ums Geld: Hartz IV, die Euro-Krise, Schulden und Geldverschwendung, Arm gegen reich – immer dann, wenn das Geld im Mittelpunkt der Diskussion steht, schalten besonders viele ein. Andere viel beachtete Themen wie Sarrazin, die Gesundheitspolitik, Stuttgart 21 oder die Atompolitik können da nicht mithalten.

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