WiWo feiert Facebook-Fanpages

Keine Frage: Auch in Deutschland ist Facebook längst im medialen Mainstream angekommen – kaum eine Woche vergeht mehr ohne Aufmacher mit dem weltgrößten Social Network. Die etwas andere Titelgeschichte hat jetzt die „Wirtschaftswoche“ erzählt: Es geht weniger um den Hype des weltgrößten sozialen Netzwerks als vielmehr den Wirtschaftsfaktor dahinter – nämlich um das Geschäft mit den Fanpages. Das Düsseldorfer Traditionssmagazin berichtet dabei von der Facebook-Präsenz der Dax-Konzerne – um am Ende auf sich selbst zu verweisen.

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Keine Frage: Auch in Deutschland ist Facebook längst im medialen Mainstream angekommen – kaum eine Woche vergeht mehr ohne Aufmacher mit dem weltgrößten Social Network. Die etwas andere Titelgeschichte hat jetzt die "Wirtschaftswoche" erzählt: Es geht weniger um den Hype des weltgrößten sozialen Netzwerks als vielmehr den Wirtschaftsfaktor dahinter – nämlich um das Geschäft mit Fanpages.  Das Düsseldorfer Traditionsmagazin berichtet dabei von der Facebook-Präsenz der Dax-Konzerne – um am Ende auf sich selbst zu verweisen.

Nach dem Hype ist vor dem Goldrausch: Das wäre wohl in diesen Tagen ein passendes Status-Update für Facebook selbst. Knapp sieben Jahre nach der inzwischen von Hollywood verklärten Gründung ist Facebook nicht nur zum festen Bestandteil der Popkultur geworden – es ist auch längst zum Wirtschaftsfaktor avanciert. Mehr als eine Milliarde Dollar dürfte das mit Abstand weltgrößte soziale Netzwerk in diesem Jahr umsetzen: Das Potenzial des jungen Internet-Unternehmens wächst, seismografisch am Wert der Mitarbeiteraktien festgehalten, in immer schwindelerregendere Höhen.

Diese Geschichte ist hundert-, vielleicht tausendfach rund um den Erdball erzählt worden. An eine andere hat sich nun die traditionsreiche Düsseldorfer Wirtschaftswoche gemacht: In "Verkaufsmaschine Facebook", der Titelgeschichte der heute erscheinenden Ausgabe, geht es um nicht weniger als "Das Millionen-Geschäft mit den Freunden" – also dem boomenden Markt der Fan-Pages, dem Herzstück aller Social Media-Aktivitäten.

"Wiwo"-Titelgeschichte wartet mit vielen Facebook-Fakten auf

Tatsächlich: Der Run ist unverkennbar. Während etwa die größte deutsche Tageszeitung Bild 67.000 Anhänger um sich scharen kann und damit unter den Verlagen weit vorne liegt, können Dax-Konzerne wie Adidas oder BMW bereits Millionen Fans vorweisen. Weltweit liefern sich Coca-Cola und Starbucks ein erbittertes Wettrennen mit aktuell mehr als 17 Millionen Fans. Und mehr noch:  Zusammen kommen Facebook-Fanseiten bereits auf unglaubliche 5,3 Milliarden Fans, rechnet die "Wiwo" vor.

Hierin liegt die Stärke des 8-Seiters: Fakten, Fakten, Fakten, wie man sie eigentlich nur aus München kennt – zumindest dem Selbstverständnis nach. Der Wiwo-Leser lernt etwa, dass der durchschnittliche Fan eher weiblich und 31,4 Jahre alt ist, zu 40 Prozent bereits zwei bis viermal online eingekauft hat und exakt 3,60 Dollar wert ist.

Und: Dass Fanpages längst als Rekrutierungsmedium von Fachkräften eingesetzt werden, aber auch Großkonzerne im Umgang mit dem Einmaleins der Social-Media-Kommunikation einiges lernen müssen – wie zuletzt die Deutsche Bahn, die mit ihrem Chefticket auf Facebook "eine Fäkalbrise an sich vorüberziehen lassen" musste.  

Wirtschaftswoche: "Wer weiß, vielleicht werden Sie sogar ein Fan von uns"

Und doch bleibt der launige 8-Seiter nicht ganz ohne Schwächen: Wie kommt es, dass der so sauber recherchierte Artikel die deutsche Mitgliederzahl von Facebook noch auf 10 Millionen – also dem Stand vom Juli – taxiert, während der Facebook Ad Planner selbst per 31. Oktober bereits 12,6 Millionen deutsche User ausweist? Der Abstand zur ebenfalls zu Holtzbrink gehörenden VZ-Gruppe, die – wie erwähnt wird – mit 17 Millionen Nutzern den Markt anführt, erscheint so größer, als er aktuell noch ist.

Und auch der Ausklang der ansonsten lesenswerten Titelgeschichte nimmt eine etwas überraschende Wendung. "Ob auch Ihnen das gefällt und wie Sie selbst Facebook nutzen, können Sie uns gerne mitteilen unter facebook.com/wirtschaftswoche", ist da zu lesen. "Und wer weiß, vielleicht werden Sie sogar ein Fan von uns."

Angesichts von weniger als 2000 Fans wirkt es fast ein bisschen so, als würde die Print-Titelgeschichte des Traditions-Wirtschaftsmediums, das zuletzt auf 175.000 verkaufte Hefte kommt, am Ende zum Steigbügel der eigenen Facebook-Fan-Generierung.

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