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Twitter wächst, Massenmedien profitieren

Die Kurzkommunikationsplattform Twitter wird weiterhin populärer. Zwar nutzen natürlich deutlich weniger Leute Twitter als den Giganten Facebook, doch insbesondere beim schnellen Verbreiten von Nachrichten und dem Empfehlen von Lesens- und Sehenswertem hat sich Twitter als äußerst beliebt herausgestellt. Aktuelle Zahlen der deutschen Twittercharts zeigen, dass davon vor allem die traditionellen Medienmarken profitierten: Spiegel, heise, Welt und Zeit werden am meisten zitiert.

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Bereits Ende August hatte ich bei MEEDIA zum ersten Mal über die damals neuen Twittercharts berichtet, die ich (MEEDIA-Autor Jens Schröder) wöchentlich errechne und inzwischen auf die neue Website deutschetwittercharts.de transferiert habe. Um herauszufinden, wie die Leitmedien der deutschsprachigen Twitternutzer heißen, werden für die Twittercharts mit Hilfe des Tools backtype.com die Links ausgewertet, die in den vergangenen vier Monaten bei Twitter veröffentlicht wurden. Daraus wird ein Durchschnittswert gebildet, der zeigt wie viele unterschiedliche Twitternutzer pro Woche auf eine bestimmte Website verweisen, sie also zitieren.

Die Reihenfolge auf den ersten vier Plätzen ist dabei im Vergleich zu den ersten Twittercharts Ende August gleich geblieben: Spiegel Online führt haushoch vor heise online, Welt Online und Zeit Online. So verlinkten in den vergangenen vier Monaten 5.644 unterschiedliche Twitter-Nutzer pro Woche einen Spiegel-Online-Artikel – eine beachtliche Zahl. Im Vergleich zu den ersten Charts im August bedeutet das zudem ein Plus von 485. Mehr als 400 Links pro durchschnittlicher Woche hinzu gewonnen haben zudem heise online und Zeit Online.

Auf den ersten 20 Plätzen der Charts findet sich zudem nur eine Website, die im Vergleich zum August verloren hat: Bild.de rutschte um 114 verlinkende Nutzer auf einen Wert von 1.352 und damit von Platz 5 auf 7. Die ansonsten überwiegend positiven Ergebnisse bestätigen den Trend des Twitter-Wachstums im deutschsprachigen Raum. Das Blog "web evangelisten" kommt beispielsweise mit eigenen Berechnungen darauf, dass es im Oktober rund 350.000 aktive deutschsprachige Twitterer gab – ein Zuwachs von 89% gegenüber dem Vorjahr. Die Verlinkungszahlen in den deutschen Twittercharts sind zumindest ein wertvolles Indiz dafür, dass Twitter auch aktuell weiter wächst.

Spannend ist zudem die Tatsache, dass sich auf den ersten 20 Plätzen fast nur traditionelle Medienmarken finden, die es schon vor den Zeiten des Internets gab. Nur zwei Charts-Vertreter haben kein Pendant im Fernsehen oder auf Papier: IT-Nachrichten-Portal golem.de und das wohl bekannteste deutsche Blog netzpolitik.org, das mit 734 unterschiedlichen verlinkenden Twitter-Nutzern pro Woche im Vergleich zum August einen Sprung von Rang 18 auf 15 gemacht hat.

Positiv in eigener Sache ist übrigens die Tatsache, dass MEEDIA im Vergleich zu anderen Fachportalen der Medien- und Kommunikationsbranche die Nase vorn hat. Mit 389 verlinkenden Twitterern pro Woche findet sich MEEDIA in der Top 100 (die Sie jederzeit aktuell unter deutschetwittercharts.de finden können) auf Platz 32. w&v folgt auf Rang 39, kress.de auf 43, Horizont.net auf 52 und DWDL.de auf 61.

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