„Super Nanny“ braucht Quoten-Nanny

Nach mehr als sechs Jahren steht "Die Super Nanny" von RTL derzeit vor ihrer vielleicht größten Aufgabe. Doch diesmal geht es nicht um schlecht erzogene Kinder bzw. Erwachsene, sondern um die Rettung ihrer eigenen Sendung. Denn: Die Quoten sind seit Wochen schlecht, an diesem Mittwoch gab es keine andere RTL-Sendung, die einen geringeren Marktanteil erreicht hat als die 15,2% der "Super Nanny". MEEDIA hat sich die Zahlen aller "Super Nanny"-Episoden seit 2004 angeschaut und zieht Bilanz.

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Als die Coaching-Soap im Herbst 2004 zunächst am Sonntagvorabend getestet wurde, war sie nicht nur ein Vorreiter des Genres in Deutschland, sie war auch von Anfang an ein Sensationserfolg. 2,92 Mio. 14- bis 49-Jährige sahen die erste Ausgabe am 19. September, der Marktanteil lag bei 25,7%. Kein Wunder also, dass "Die Super Nanny"schon im November 2004 in Serie ging – und auch auf ihrem bis heute aktuellen Sendeplatz am Mittwoch um 20.15 Uhr Top-Quoten erzielte.

Auch dort wurde die 25%-Marke geknackt – und das mit des Öfteren deutlich mehr als 3 Mio. 14- bis 49-jährigen Zuschauern. Der Durchschnittsmarktanteil lag in der Saison 2004/05 bei 19,7%, ein Jahr später bei 19,9%. Doch schon in der TV-Saison 2006/07 ging es leicht nach unten für das Erfolgsformat. Des Öfteren wurden die RTL-Normalwerte unterschritten. Doch am Ende der Saison stand immer noch ein stolzer Zielgruppen-Marktanteil von 18,6% unter der "Super Nanny"-Bilanz. Und: Ein Jahr später wurde er sogar wieder leicht auf 18,7% verbessert.

Spätestens in der Saison 2009/2010 wurde es dann aber allmählich brenzlig für Katia Saalfranks Sendung. Der Marktanteil fiel mit 16,7% dauerhaft unter das RTL-Normalniveau. In der aktuellen Staffel erreicht sie nun einen neuen Tiefpunkt: mit einem aktuellen Durchschnittswert von 15,6% liegt sie 2,3 Punkte unter dem 12-Monats-Durchschnitt des Senders. Für ein RTL-Prime-Time-Format eindeutig zu wenig.

Doch woran liegt dieser Quoten-Niedergang? Am Konzept der Sendung hat sich in all den Jahren nichts Grundlegendes geändert, Katia Saalfrank macht ihren Job wie immer. Aber vielleicht liegt es genau daran. Vielleicht hat sich das Konzept einfach abgenutzt, vielleicht locken die Schimpfworte-brüllenden Kinder und die überforderten Eltern einfach nicht mehr genug Schaulustige an. Wie auch immer: Die Produzenten der Reihe müssen auf jeden Fall aufpassen und die Abwärtstendenz stoppen. Ansonsten könnte in Kürze das Ende des Coaching-Soap-Veterans gekommen sein.

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