Fritzl-Interview: Ministerium verklagt Bild-Reporter

Das österreichische Justizministerium zeigt einen Bild-Reporter an: Ein Interview mit dem inhaftierten "Inzest-Monster" Josef Fritzl hatte der Redakteur der Springer-Zeitung angeblich unerlaubt geführt. Das Interview sei nicht genehmigt gewesen, stellte das Ministerium klar – und leitet laut DerStandard.at rechtliche Schritte ein.

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Um mit mit dem Sexualstraftäter sprechen zu können, habe sich der Bild-Reporter nach Ministeriums-Angaben als Mitarbeiter des Fritzl-Anwalts ausgegeben. Gemeinsam hatten sie den Verurteilten im Gefängnis besucht. Das so entstandene Interview erschien am 1. November unter der Überschrift "So lebt das Inzest-Monster im Knast".
DerStandard.at schreibt, dass das Justizministerium keine Genehmigung für das Interview erteilt habe und deshalb jetzt den Anwalt und den Journalisten anzeige. Als Begründung wird Paragraf 180 StVG ("Unerlaubter Verkehr mit Gefangenen") genannt.
In Berlin sieht der Springer-Verlag der Anzeige gelassen entgegen. "Unser Journalist hat sich nie als Mitarbeiter des Anwalts ausgegeben", sagte ein Sprecher gegenüber DerStandard.at. Die Behauptungen der österreichischen Justiz seien nicht wahr.

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