Amazon entfernt Pädophilen-Ratgeber

Der weltgrößte Buchhändler Amazon hat in seinem Kindle-Store ein Buch für Pädophile und "Jünglinge, die sich in pädophile Situationen befinden" vertrieben. Der Name: “Des Pädophilen Leitfaden zu Sex und Genuss”. Die US-User liefen Sturm und riefen zum Boykott des Web-Shops auf. Das Unternehmen reagierte zuerst gelassen – hat jetzt aber die Konsequenz gezogen und das Buch gelöscht. Dennoch war der Titel in kürzester Zeit auf Rang 5071 von mehr als 500.000 Kindle-Books geschossen.

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Es gibt Bücher, die sind verboten. Hitlers “Mein Kampf” zum Beispiel. Oder “Das Anarchistische Kochbuch”. Diese Bücher werden auch von Amazon nicht verkauft. Nicht auf dem Index steht “The Pedophile’s Guide to Sex and Pleasure” ( “Des Pädophilen Leitfaden zu Sex und Genuss”) von Phillip R. Greaves dem Zweiten, deshalb bot die US-Company das Werk auch an. Nach einem riesigen Aufschrei der Community und tausenden Medienberichten zog Amazon den Titel nun aber zurück. Wer jetzt auf die Detailseite des Buchs klickt, bekommt folgende Fehlermeldung angezeigt: "Looking for something? We’re sorry. The Web address you entered is not a functioning page on our site."
User reden von "Amazonfail"
Das Buch war exklusiv im Kindle-Store erhältlich. Die Beschreibung ließ erahnen, dass der Autor es ernst meinte. Über sein Buch schrieb er: “Das ist mein Versuch, pädophile Situationen sicherer zu machen für derlei Jünglinge, die sich in eben einer solchen Lage befinden – mit Regeln, an die sich Erwachsene halten sollten. Ich hoffe das zu erreichen, indem ich mich auf die bessere Natur von Pädophilen berufe. In der Hoffnung, dass ihre Handlungen danach weniger gehässige und weniger empörte Strafen zur Folge haben, falls sie jemals dabei erwischt würden.”

Amazonkunden protestierten gegen das Buch. 3.000 User bewerteten das Werk mit einem Stern. In den Kommentaren ließen sie ihren Gefühlen freien Lauf. “Schande über Amazon” lautet der jüngste Eintrag. “Ich bin angewidert”, schreibt ein anderer. “Das ist das abscheulichste Buch, das ich je gesehen habe. Warum verkauft Ihr das auf Euer Seite, Amazon? Ich glaube an die freie Meinungsäußerung. Aber das geht absolut zu weit”, kommentiert ein Dritter. In den Produkt-Tags stehen Schlagworte wie “schändlich”, “illegal”, “Freifahrtschein ins Gefängnis” und “Amazonfail”. User kündigten außerdem an, sich direkt bei Amazon zu beschweren.
Buch war auf Rang 5071 im Kindle-Store
Ein Kunde bekam bereits eine Antwort des Buchhändlers. “Glauben Sie mir, dass Amazon.com Hass oder kriminelle Handlungen nicht fördert", soll es in der Mail heißen. "Wir unterstützen das Recht eines jeden Individuums, seine eigenen Kaufentscheidungen zu treffen. Amazon.com vertritt die Meinung, dass es Zensur sei, gewisse Titel nicht zu verkaufen, nur weil wir glauben, dass dessen Message anstößig ist.” Ein weiterer User behauptet, dass etliche Kommentare ungefragt gelöscht wurden.
Dem Absatz des 7,81 Dollar teuren Buches taten all die negativen Kommentare keinen Abbruch. Es schnellte auf Rang 5071 im Kindle-Store hoch. Bei derzeit über 500.000 angebotenen Büchern deutet das daraufhin, dass das Buch viele Male heruntergeladen und gekauft wurde. Laut Chip Online stieg der Titel zwischenzeitig sogar auf Platz 65 in den Verkaufscharts.
Ein Unternehmen, das mit dem Verkauf von Pädophilen-Lektüre Geld verdient – der Vorgang hätte für Amazon noch böse ausarten können. Zumal der weltgrößte Buchhändler im vergangenen Jahr Kritik erntete, als er ungefragt die Bestseller “Animal Farm” und “1984” von George Orwell von den Kindles seiner Kunden löschte. Amazon fehlten damals die Lizenzen zum Vertrieb der Bücher auf seinem eReader.
In Deutschland standen zuletzt die Buch-Shops von FAZ, Süddeutscher Zeitung und Spiegel in der Kritik. Die ARD-Sendung “Report Mainz” führte an, das 150 Bücher von Holocaustleugnern und Rechtsextremisten frei verfügbar seien.

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