Wie Verbände das Imageproblem erklären

Das Image von Redakteuren und Werbern wird schlechter. Laut einer Forsa-Umfrage halten nur noch 45 Prozent der Deutschen den Beruf des Journalisten für angesehen. Seit 2007 ist die Zahl um zwei Prozent gesunken. "Unser Ruf leidet unter dem Fehlverhalten einiger Kollegen", erklärte der DJV auf MEEDIA-Anfrage. Noch schlechter ist das Werber-Image: Die Arbeit der Kreativen war 2007 noch bei 18 Prozent angesehen, heute noch bei 14 Prozent. Nur Versicherungsvertreter sind noch unbeliebter.

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Zehn Prozent der Deutschen halten Versicherungsvertreter für einen angesehen Beruf. Das ist der schlechteste Wert unter allen Jobs, geht aus einer Forsa-Umfrage hervor. Aber während viele andere Berufsgruppen nach der Krise an Ansehen gewinnen, können Journalisten bislang nicht vom Aufschwung profitieren. "Die Reputation in der Öffentlichkeit von Journalisten war noch nie sonderlich hoch", kommentierte DJV-Sprecher Hendrik Zörner. "Wenn über Themen besonders sensationsheischend berichtet wird, trägt das nicht zur Wertschätzung der Berufsgruppe bei."
Dem Abwärtstrend könne man nur durch vorbildliches Verhalten entgegenwirken, sagte Zörner. "Wir müssen erfahrene Journalisten und Berufseinsteiger auf die vorhandenen Regeln aufmerksam machen. Auch in schwierigen Zeiten muss der Pressekodex als Richtschnur für alle Medien dienen."
Noch dramatischer sieht es bei den Mitarbeitern in Werbeagenturen aus: Das Ansehen der Werber ist in den vergangenen drei Jahren um vier Prozent auf 14 Prozent gesunken. Damit ist die Berufsgruppe die zweitunbeliebteste bei den Deutschen – nur Versicherungsvertreter sind noch weniger angesehen.
Der Geschäftsführer des Gesamtverbands der Kommunikationsagenturen (GWA), Ralf Nöcker, kommentierte auf MEEDIA-Anfrage: "Das liegt wahrscheinlich daran, dass viele Leute ein falsches Bild vom Beruf des Werbers haben. Da herrschen Klischees vor, die nichts mit der Realität zu tun haben." Zudem sei Werbung grundsätzlich negativ behaftet. "Fragt man Leute, wie sie Werbung finden, ist die Antwort immer ‚doof‘. Fragt man sie aber nach bestimmten Kampagnen, kommt oft heraus, dass sie manche Kampagnen richtig gut finden."
Den Negativtrend im Ansehen der Werber in der Öffentlichkeit hält Nöcker für nicht so dramatisch. "Wichtiger ist, dass wir in der Branche und beim Nachwuchs gut angesehen sind. Wir wollen, dass Kommunikationsagenturen als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden."

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