Normale Laptops hängen eBook-Reader ab

Sie heißen Kindle, iPad, nook und gelten als die Zukunft des Buches. Die Tablets und eReader sind im Begriff, den Buchmarkt auch außerhalb der USA zu reformieren. Das amerikanische Forschungsinstitut Forrester Research fand in seiner jüngsten Studie allerdings heraus, dass nicht die flachen, tragbaren Geräte vom eBook-Boom profitieren, sondern das gute alte Notebook. Auf das iPad fällt dabei sogar der geringste Anteil an eBook-Lesern.

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Amazons Kindle und Apples iPad – beide sind wahre Verkaufsschlager und Wegbereiter eines Umbruchs in den Lesegewohnheiten des modernen Menschen. eBook-Reader gelten als Boom-Technologie. Der Online-Händler Amazon schrieb im Juni erstmals eBook-Geschichte, als er mehr eBooks als gebundene Bücher verkaufte. Demnach kamen auf 100 verkaufte Hardcover-Bücher 180 verkaufte E-Books. Allerdings scheint ein anderer vom Aufschwung des elektronischen Buches zu profitieren. Denn wie das US-Forschungsinstitut Forrester Research herausgefunden haben will, liegen eBook-Reader wie der Kindle nicht an Platz eins der Lesegeräte. Das gute, alte Laptop führt die Riege literarischer Peripherie an.

Neun Prozent lesen auf dem iPad
Demnach lesen 35 Prozent (der amerikanischen User) eBooks über ein Notebook. Dicht gefolgt von 32 Prozent, die auf dem Kindle Bücher lesen. Auf dem dritten Platz liegen die iPhones mit 15 Prozent, gefolgt von Sonys e-Reader mit 12 Prozent, Netbooks sowie der eBook-Reader Nook des amerikanischen Buchhändlers Barnes&Noble mit zehn Prozent. Weitere neun Prozent entfallen auf Apples iPad. Damit nicht genug: 38 Prozent der Befragten gaben an, ein Buch in einer Bibliothek ausgeliehen zu haben. Die gleiche Anzahl erklärte außerdem, ein Buch in einer Buchhandelskette gekauft zu haben.

Allerdings geben andere Zahlen Grund zur Hoffnung für die eBook-Branche. So lesen zwar laut der Studie nur sieben Prozent der US-Bevölkerung elektronische Bücher. Von denen, die es noch nicht tun, gaben aber immerhin acht Prozent an, im nächsten Jahr zu wechseln. Damit würde sich die Zahl der User mehr als verdoppeln. Diejenigen, die bereits eBooks lesen, sagten, im kommenden Jahr mehr als die Hälfte ihrer Lektüre elektronisch zu konsumieren.

Kindle wird das Rennen machen
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eBooks bis 2015 ein Drei-Milliarden-Dolllar-Business sein werden. Einen klaren Gewinner sehen die Macher der Studie aber schon jetzt: den Kindle. Auch wenn andere Hersteller mit ähnlichen Produkten auf dem Markt sind, pflege Amazon schon lange eine Beziehung zu Buchkäufern. Das belegen auch die Zahlen. Vier von zehn Menschen, die einen eReader besitzen oder einen kaufen wollen, shoppen auf Amazon. Die Hälfte derer, die im vergangenen Monat ein eBook gekauft haben, taten dies in Amazons Kindle Store. In der Branche wird erwartet, dass Amazon Anfang 2011 ein deutschsprachiges eBook-Angebot starten will. Bisher können bei Amazon nur eBooks auf Englisch gekauft werden, teilweise mit erheblichen Preisabschlägen im Vergleich zur gedruckten Ausgabe.

Der Kindle ist seit kurzem in der dritten Generation verfügbar, mit einem größeren Speicher von 4 Gigabyte und zu einem niedrigeren Preis von 139 Dollar (rund 100 Euro). Hauptvorteil dieser auch von Sony und anderen Herstellern angebotenen Geräte mit einem Bildschirm in der E-Ink-Technik ist die lange Akku-Laufzeit, da nur beim Umblättern Strom verbraucht wird. Der größte Nachteil ist die Beschränkung auf Graustufen.    

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