„Gottschalk Bauernopfer des Quoten-Kriegs“

Im Duell mit Dieter Bohlen zeigt Thomas Gottschalk Kämpfer-Qualitäten. Am Samstag holte der Moderator mit "Wetten, dass..?" zwar den Gesamtsieg, in der werberelevanten Gruppe der 14- bis 49-Jährigen musste er sich jedoch von Dieter Bohlens "Supertalent" geschlagen geben. Für Welt Online ist "Thomas Gottschalk das Bauernopfer des absurden Quoten-Kriegs mit RTL". DerWesten.de sieht in dem ZDF-Dinosaurier und seiner Biederkeit den "Birkenstock unter den deutschen TV-Sendungen".

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stern.de
"Dass Thomas Gottschalk am Samstagabend zumindest bei der jungen Zielgruppe nicht mit Dieter Bohlens ‚Supertalent‘ mithalten kann, daran dürfte mittlerweile nicht mehr zu rütteln sein. Die Show auf RTL hat sich an den vergangenen Wochenenden derart von der Konkurrenz abgehoben, dass sich Gottschalk beim fünften Fernduell eigentlich ganz entspannt auf den Rest hätte konzentrieren können: Eben nicht auf die Teeniefraktion, die sich gern von furzenden Dompteuren oder skurrilen Peniskünstlern unterhalten lässt. Sondern auf das treue ZDF-Publikum, das anspruchsvolle Unterhaltung schätzt."
Welt Online
"Hatte ihn (Thomas Gottschalk, Anm. d. Red.) das Duell mit RTL-Dieter vor Schreck gelähmt? Oder ist er es allmählich leid, dass ihm das ZDF lauter Assisstenten und Co-Assistenten zur Seite stellt und ihm so signalisiert: Thommy bringt es nicht mehr. Mit RTL-Dieter kann unser bester Mann nicht mehr mithalten?
Es war nicht sein Abend. Thomas Gottschalk lotste die Zuschauer nur mäßig motiviert durch das dreistündige Programm. Es gab mal eine Zeit, da konnte er Gedächtnisausfälle oder Ausrutscher auf dem Boulevard der Eitelkeiten mit jungenhaftem Charme kompensieren. Doch diesen Part übernimmt jetzt seine blonde Assistentin. So macht das ZDF sein eigenes Aushängeschild überflüssig. Thomas Gottschalk ist das Bauernopfer des absurden Quoten-Kriegs mit RTL. Er ist ein Sänger ohne Mikrophon, ein Reiter ohne Pferd, ein Wal ohne Wasser."
Spiegel Online
"Und Nico Haddad, ein 74-jähriger ehemaliger Gastwirt und Feuerwehrmann, der schon zum dritten Mal in der Show auftrat, wurde Wettkönig, obwohl es ihm nicht ganz gelang, in zwei Minuten tausend Kerzen auszupusten. ‚Wenn du noch ein bisschen weinen würdest, würde uns das optisch sehr helfen‘, erlaubte sich Thomas Gottschalk bei der Preisübergabe eine weiteren kleinen Seitenhieb in Richtung private Konkurrenz.
Doch zeigen solche Anspielungen nur, wie sehr sich Thomas Gottschalk mit ‚Wetten, dass…?‘ in der Defensive sieht. Darüber vergisst er fast, womit er früher immer wieder Diskussionen provozierte: seine Anspielungen aufs politische Tagesgeschehen. Eine Steilvorlage der Redaktion, einen 2CV mit ‚Atomkraft: Nein danke!‘-Aufklebern und einem Castor-Demo-Flyer unterm Scheibenwischer, ließ er vollkommen ungenutzt."
Sueddeutsche.de
"Nach knapp drei Stunden sieht man schließlich einen leicht derangierten Moderator die Abschiedsworte sprechen. Er hat sich sichtlich in das Schicksal, das ihm die Technik und eine Übermacht von Gästen beschert hat, ergeben. Er hat versucht, das Beste daraus zu machen. Er brauchte dazu keinen nackten Mann, der sich einen Feuerwerkskörper in den Hintern stopfte, wie das beim privaten Nachbarkanal und seiner Supertalent-Suche angekündigt war. Er brauchte einfach nur die Überzeugung, dass er es bis jetzt immer noch hingekriegt hat. Irgendwie. Auch wenn nicht mehr so viele zusehen wie früher.
Am Anfang der Show hatte er selbst darauf angespielt. Da hat er dem Boxer Vitali Klitschko gratuliert, dass bei dessen jüngsten Kampf 14 Millionen Menschen zugesehen haben. ‚Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl‘, hat er mit Bezug auf ähnliche Zahlen in entfernter Wetten, dass..?-Vergangenheit gesagt und für einen kurzen Moment traurig geguckt. Aber nicht allzu lange."
ksta.de
"Diese gepflegte Langeweile vermochten an diesem Abend weder die Musikeinlagen (u.a. Schmuse-Pop-Sänger James Blunt und Jungmädchenschwarm Miley Cyrus) noch die Wetten zu unterbrechen. Mit dem Schüler, der sich gekonnt auf einem Basketball fortbewegte, war die imponierendste Darbietung gleich in der ersten Wette durch und was folgte, war kaum dazu angetan, einen gebannt vor dem Bildschirm verharren zu lassen.
So war es denn kein Wunder, dass schließlich ein Wettkönig mit der bemerkenswert schlichten Idee das Rennen machte, 1000 Kerzen in zwei Minuten auspusten. Als die brennenden Stumpen in den Saal gerollt wurden, fiel Thomas Gottschalk dazu immerhin der Kalauer ein, das sehe ja aus wie ‚eine Geburtstagstorte für Johannes Heesters‘. Aber auf den wäre vermutlich auch Dieter Bohlen gekommen."
RP-Online
"Es sollte der Auftakt zu einer Sendung sein, die wenig Esprit, aber dafür umso mehr an Langeweile und Peinlichkeiten zu bieten hatte. Meist rettet ja bei ‚Wetten, dass..?‘ irgendetwas eine schwache Sendung über die Zeit. Entweder die Gäste, die Wetten, die Show-Stars oder auch Gottschalk selbst. Wenn jedoch so gar keiner der Trümpfe stechen mag wie an diesem 6. November, kann eine komplette Sendung schnell zur Quälerei ausarten."
DerWesten.de
"’Wetten, dass…?‘ ist praktisch der Birkenstock unter den deutschen TV-Sendungen: verlässlich, bequem, bekannt und ein wenig bieder. Doch ähnlich wie der Schuhwerkhersteller, bemüht sich auch der ZDF-Klassiker darum, ein bisschen Erotik zu verbreiten. Während Birkenstock sich dafür Heidi Klum bediente, die eine eigene, moderne Kollektion der gesunden Sandalen auf den Markt brachte, holte sich Thomas Gottschalk Michelle Hunziker als Co-Moderatorin in die Show. Die Schweizerin, die diesmal ein sehr kleines Schwarzes trug, sorgte zumindest für einen gewissen Glamour-Faktor. Der sonst so extrovertierte Gottschalk wirkte in seinem dunkelblauen Anzug ungewohnt konservativ. Doch da eine attraktive Blondine den ZDF-Bossen als Verjüngungskur anscheinend nicht reichte, wurden diesmal vornehmlich junge Gäste eingeladen."
Auszug des Tickers von News.de
21:21 Wie kommt man bitte schön auf die Idee mit der Zunge Kakteen abzulecken? Das wäre ja fast ein Kandidat für Bohlen gewesen.
21:23 RTL verlost einen Suzuki, das ZDF Audis. Der Heimatbonus geht ans Zweite.
21:35 Eine 14-jährige singt bei Bohlen Miley Cyrus. Die gibt’s bei Tommy später auch in echt. Nochmal umzappen.
21:50 Jetzt gibt es tatsächlich die echte Miley Cyrus bei Wetten dass…? Die RTL-Zuschauer erfreuen sich derweil an einem jungen Talent, das sich von der Sonderschule bis zum Abitur hochgearbeitet hat. Ob Das Supertalent da nicht wieder ein Abstieg ist?
23:15 Das Giganten-Duell ist beendet! Tommy hat uns zehn Minuten mehr gegönnt als Dieter, dennoch war es eine der schwächeren Wetten dass…? Ausgaben in letzter Zeit. Dass das ZDF uns nach Michelle Hunziker jetzt auch noch Atze Schröder zumutet, ist schon eine ziemlich schwere Kost. Immerhin haben wir etwas mehr Regenerationszeit als von Bruce, Sylvie und Dieter. Die werden uns schon nächstes Wochenende wieder auflauern. In diesem Sinne, einen schönen Abend noch, und möglichst lockenfreie Träume!

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