Don & Jeff: neue Lieblingsfeinde im Web

In der der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat Don Alphonso eine Replik auf einen Zeit-Artikel von Web-Guru Jeff Jarvis verfasst. Jarvis hatte das Verpixeln von deutschen Häusern bei Googles Dienst Street View als “Wahnsinn” und “Pixelbomben” bezeichnet. Don Alphonso keilt in seiner Polemik zurück: “Wer nicht willig ist, wird zwangsabgelichtet und, wie im Fall Oberstaufen, vom Mob der Aktivisten und der „Zeit“ durch das Netz geschleift.” Nun liefern sich Don und Jeff sogar ein Kommentar-Duell.

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Dass der konservative Don mit den radikalen Thesen von Jeff Jarvis zu einer totalen Öffentlichkeit nichts anfangen kann, ist keine Überraschung. In seiner FAZ-Polemik rechnet Don Alphonso in der ihm eigenen Art mit Jarvis und deutschen Web-Aktivisten ab, die dazu aufgerufen hatten, verpixelte Häuser bei Google Streetview nachträglich zu fotografieren und ins Netz zu stellen. Nach Meinung von Alphonso, kommt dies einer Vorstufe zur Zwangsräumung gleich.

Die Reaktion von Jeff Jarvis ließ nicht lange auf sich warten. “Wer ist Don Alfonso?” twitterte Jarvis bereits kurz nach Veröffentlichung des FAZ-Artikels. Anschließend beklagte er sich via Twitter, dass es so lange dauert, bis die FAZ seine Online-Kommentare freischaltet. Schließlich wurden die Kommentare doch freigegeben und Jarvis schrieb: “Datenschutz ist wichtig — aber Öffentlichkeit — unsere Publicsphäre — auch. Das ist meine Botschaft. Wer schützt die Publicsphäre?”

Der Don keilte prompt zurück: “Dear Mr. Jarvis, may I ask you to stick to the truth? If you don’t think Germans are mad – why do you write about ‘deutscher Wahnsinn’? You know what ‘Wahnsinn’ is?” Gurus wie er seien für ihn “Scharlatane”, schrieb der Don weiter. Bilder und Daten in den Netzwerken einer Riesenfirma in Kalifornien hätten nichts mit “Öffentlichkeit” zu tun. Google sei lediglich eine Firma, die versucht mit der Öffentlichkeit anderer Leute Profit zu machen.

Darauf fiel Jarvis nicht viel mehr ein, als Don Alphonso als Anti-Kapitalisten und Anti-Amerikaner zu bezeichnen: “Lieber Herr Alphonso, (…) You just don’t like America. I get it.” Don Alphonso schrieb darauf nochmals (“I’m sorry to say that this is the FAZ and not the House Un-American Activities Committee.”) aber Jarvis ging darauf nicht mehr ein. Er sammelt offenbar stattdessen  eifrig Material für sein angekündigtes neues Buchprojekt “Public Parts in the U.S. – and das Deutsche Paradoxon”. Via Twitter fragt er nach deutschen Reaktionen auf das selbstfahrende Google-Auto und nach Beispielen für schlechte “Privace Policies” (Datenschutzbestimmungen). Außerdem fragte er nach einer englischen Übersetzen für die deutsche Redewendung “jemandem die Ohren langziehen”. Vielleicht hat er ja einen Absatz in seinem Buch für Don Alphonso reserviert.

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