Geo-Gaede im Mini-Shitstorm

Geo-Chefredakteur Peter Matthias Gaede erlebte in Blog-Kommentarspalten diese Woche einen kleinen Shitstorm. Die Jury des Henri-Nannen-Preises erlebte einige prominente Zu- und Abgänge. Der Spiegel erlebte die Erweiterung seiner Chefredaktion auf drei Personen: Klaus Brinkbäumer kommt als oberster Textchef, was im Vorfeld für ein bisschen Grummeln sorgte - jetzt sind aber alle zufrieden. Was man dagegen laut Mark Zuckerberg wohl niemals erleben wird, ist eine iPad-App für Facebook.

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Das Urteil des Hamburger Landgerichts, dass die Zeitschrift Geo einen stark redigierten Artikel des Autors Christian Jungblut unter dessen Namen nicht weiter verbreiten darf, hat für einige Wellen in Kommentarspalten gesorgt. Zuerst im Blog bei Stefan Niggemeier, später auch beim Verband der Freischreiber, die den Autoren Jungblut zum Thema interviewt haben. Dabei wurde Geo-Chefredakteur Peter Matthias Gaede von einigen, meist anonymen, Kommentatoren schnell als Buhmann ausgemacht. So hat der Geo-Chef seinen vermutlich ersten Shitstorm im Internet erlebt, wie man das wohl nennt. In den Kommentaren der Freischreiber meldete er sich trotzdem noch einmal zu Wort: "Über einige Hassausbrüche und Rufmord-Versuche jener in den Hecken und hinter den Mauern tröstet uns das Urteil der Leser, das Geo seit vielen Jahren an der Spitze der deutschen Monats-Magazine hält und die Geo-Gruppe mit ihren inzwischen elf Heftreihen immer größer macht." Zur Vorgeschichte und zu Herrn Jungblut wolle er sich nicht auf dem "Marktplatz der Anonymen" äußern, das sei ein Gebot der Höflichkeit, meint der Geo-Chef. Und da hat er wohl Recht.

Peter Matthias Gaede ist neben seiner Tätigkeit bei Geo auch Mitglied der Jury des Henri-Nannen-Preises. Hier gab es jetzt einige Veränderungen in der Zusammensetzung. Brand-eins-Chefredakteurin Gabriele Fischer, der Noch-SZ-Chefredakteur Hans Werner Kilz und Anja Niedringhaus verlassen das Gremium. Neu in die Jury kommen dafür der designierte neue SZ-Chefredakteur Kurt Kister, Welt-Chef Jan-Eric Peters, Foto-Expertin Anke Degenhardt sowie Spiegel-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron. Der wird sich künftig jährlich mit seinem Co-Chefredakteur beim Spiegel, Georg Mascolo, abwechseln. Vielleicht gelingt es der neu zusammengesetzten Jury, ein bisschen aus dem üblichen Stern-Spiegel-Zeit-Kontinuum des Henri-Nannen-Preises auszubrechen.

Einen neuen Kollegen können die beiden Spiegel-Chefredakteure von Blumencron und Mascolo auch im eigenen Haus begrüßen. Klaus Brinkbäumer stößt als oberster Textchef zum Spiegel und erweitert die Chefetage. Es gab in den Reihen der Mitarbeiter KG ein vernehmbares Gegrummel, was die Formalien im Vorfeld von Brinkbäumers Verpflichtung anging. Manche wären wohl gerne ein wenig stärker bei der Entscheidungsfindung der Top-Personalie eingebunden gewesen. Aber, dass der vielfach ausgezeichnete Brinkbäumer eine echte Bereicherung für den Spiegel ist – darüber sind sich nun alle einig.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat auf der jüngsten Veranstaltung des Social Networks verkündet, dass es keine iPad-App für Facebook geben wird. Fadenscheinige Begründung: das iPad sei halt kein mobiles Gerät. Wie bitte? Das milliardenschwer bewertete hyper-gewaltige zig Millionen Mitglieder zählende Social Network Facebook macht keine iPad-App? Das ist ein ganz schönes Armutszeugnis. Jede Pommesbude strengt sich mittlerweile an, eine halbwegs ordentliche iPad-App auf die Beine zu stellen und Facebook hält sich fein raus. Kaum zu glauben! Zumal die Facebook-Website auf dem Safari-Webbrowser des iPad reichlich nutzerunfreundlich daherkommt. Hoffentlich überlegt sich "Zuck" das nochmal.
Nachtrag: Ursprünglich wurde es im obigen Text als Novum bezeichnet, dass die Spiegel-Chefredaktion mit drei Personen besetzt ist. Aber natürlich gehört der langjährige stellvertretende Chefredakteur Martin Doerry auch zur Chefredaktion. Wir bitten um Entschuldigung und haben den Satz entfernt.

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