BBC muss sich bei Geldof entschuldigen

Ein einzigartiger Vorgang: Die britische BBC hat sich auf allen Kanälen und in aller Form bei dem Rockmusiker Bob Geldof entschuldigt. Anlass war ein Bericht aus dem März, in dem ein ehemaliger äthiopischer Rebellenführer behauptete, ein Großteil der 100 Millionen Euro Spenden aus den "Live Aid"-Aktionen 1985 sei für Waffenkäufe im Bürgerkrieg abgezweigt worden. Die BBC beharrte lange auf der Richtigkeit dieser Darstellung, konnte aber keine weiteren Beweise liefern.

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Die BBC entschuldigte sich nun für den "irreführenden und unfairen Eindruck", der durch die Berichterstattung entstanden sei. Geldof gab sich daraufhin konziliant und sagte, so könne vielleicht ein Teil des "gewaltigen Schadens" repariert werden, den die BBC angerichtet habe.
Die Affäre hat wegen der Prominenz der Beteiligten monatelang Wellen geschlagen. 1985 hatte Geldof ("Boomtown Rats") sowohl die Benefiz-Single "Do they know it’s christmas" als auch das weltweit aus Wembley übertragene "Live Aid"-Konzert initiiert, was zugleich die Weltkarriere von U2-Sänger Bono als Weltrettungs-Autorität begründete. Die Erlöse durch Einnahmen und Spenden kamen, wie Geldof nachweisen kann, direkt dem hungernden und durch Krieg verwüsteten Äthiopien zugute.
Kritik an dieser Art humanitären Hilfe wurde trotzdem immer wieder laut, und mit guten Argumenten: Spenden-Gelder wurden unter anderem für eine Umsiedlungsaktion eingesetzt, die nach Einschätzung von "Ärzte ohne Grenzen" mehr Leben gefordert als gerettet hat.

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