AMV kritisiert Bauers „Regaloffensive“

Der Arbeitskreis Mittelständischer Verlage (AMV) hat die Ankündigung der Bauer Media Group, eine an den Verkaufszahlen orientierte Platzierung von Zeitschriften im Lebensmitteleinzelhandel durchzusetzen, moniert. Die "Regaloffensive" berühre die Interessen von Special Interest Zeitschriften "mit qualitativ hochwertigen Inhalten und anspruchsvollen Copypreisen", schreibt der AMV in einer Mitteilung. Dies würde die Vielfalt der Zeitungs- und Zeitschriftentitel gefährden.

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Am Donnerstag hatte die Bauer Media Group per Unternehmensmitteilung auf eine von ihr in Auftrag gegebene Studie hingewiesen, nach der durch eine "optimale Präsentation" der Gesamtumsatz des Pressesortiments im Lebensmitteleinzelhandel auf rund 10 Millionen Euro gesteigert werden könnte. Das Zauberwort aus Sicht der Bauer-Manager lautet dabei "Vollsichtplatzierung". Die Hamburger wollen, dass weniger Hefte besser platziert werden. Heißt: Die Märkte sollen die Magazine mit den höchsten Einzelverkäufen gut sichtbar auslegen, und Nischenblätter, die bislang gleichberechtigt im Regal neben den Verkaufsschlagern lagen, eher vernachlässigen.
Der AMV hält diesen Vorstoß für falsch. Die Pressesortimente im Lebensmitteleinzelhandel seien in Deutschland seit Jahrzehnten von einem vielfältigen Angebot geprägt. "Eine bevorzugte Präsenz von Massenzeitschriften mit zum Teil niedrigen Copypreisen ist einer Förderung der Ertragskraft des Presse- Einzelhandels nicht unbedingt dienlich." Die "stärkere Konzentration auf die Presse-Top-Seller" gefährde nach Auffassung des AMV die Presse- und Meinungsvielfalt.
Stattdessen soll es dem Einzelhändler überlassen werden, wie er die Zeitschriften in dem Regal präsentiert und welche er zur "Vollansicht" auswählt. Er kenne seinen Kunden und seinen Bestseller am besten.

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