Zuckerberg: „iPad ist kein mobiles Gerät“

Es muss ja immer weitergehen: Zehn Wochen nach dem Debüt des Ortungsdienstes Places legt Facebook nach. Auf einer Presseveranstaltung stellte das weltgrößte Social Network neue Features, die überfällige Integration in der Android-App und einen neuen Einmal-Login für zusätzliche Anwendungen vor. Vor allem fiel der Facebook-Gründer durch unbekannte Angriffslustigkeit und einem überraschenden Verständnis vom neuen Apple-Tablets auf - Notizen eines Nonvents.

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Facebook bläst zum mobilen Angriff: 200 der 550 Millionen Mitglieder nutzen das größte aller sozialen Netzwerke inzwischen via Smartphone, stellte Mark Zuckerberg heute auf einer Presseveranstaltung in der Firmenzentrale in Palo Alto fest. Damit habe sich nicht nur die mobile Nutzerschaft binnen eines Jahres verdreifacht: Man habe auch deutlich mehr Nutzer als das iPhone und  Android zusammen Kunden – ein lustiger Vergleich, wenn man bedenkt, dass sich der Großteil der Facebook-Nutzer über die Apple- und Google-Smartphones überhaupt erst auf Facebook einloggt.

Doch das überraschende Technik-Verständnis des Mark Zuckerberg war damit noch nicht erschöpft. Auf die Nachfrage eines Journalisten, warum denn auch mehr als ein halbes Jahr nach der Markteinführung des iPads immer noch keine iPad-App angeboten werde, mit der viele Besucher heute gerechnet hatten, antwortete der 26-Jährige ungewohnt flapsig: "Tut mir leid, das ist kein mobiles Gerät, nächste Frage!" Um dann nachzulegen, das iPad gehöre in die Kategorie ‚Computer‘ und sei im Rahmen dieser Veranstalrung fehl am Platze, das iPad sei schließlich keine mobile Plattform – eine überraschende Erkenntnis angesichts des mobilen Betriebssystems iOS und des mobilen Netzwerkzugangs.

Unspektakuläre Ankündigungen und neue iPhone- und Android-Apps

Von solchen Spitzfindigkeiten abgesehen, hatte das 45-minütige Event wenig, ganz wenig Neues zu bieten. Facebooks vor zehn Wochen gestarteter Ortungsdienst Places kommt nun als Menüpunkt auch auf Android-Handys (via Update 1.4) – ein überfälliger Schritt.

iPhone-Nutzer sind künftig dennoch wieder einen Schritt weiter: In der Version 3.3. wird es mittels Listenfunktion leichter, Freunde zu markieren, die oft "Places" verwenden. Die Ortsangabe und das Hochladen von Fotos sollen ebenfalls schneller und einfacher vonstatten gehen. Zudem wurde iPhone 3.3 um die neue Gruppen-Funktion ergänzt.

Zusätzliche Erleichterung für Facebooks Mobilnutzer: Bei Applikationen, die via Facebook genutzt werden, reicht künftig ein einziger Login ("Single sign on"),  lästige Folgeanmeldungen entfallen. So weit, so komplett unspektakulär.
Deals: Facebook sucht den Infight mit Foursquare

Das einzig wirklich nennenswerte neue Feature, das den Presse-Event rechtfertigte, war die Ankündigung von "Deals" (deutsch: Angebote). Wie der Name nahelegt, handelt es sich dabei um ein Benefit-Programm, dass die Nutzung von Places attraktiver machen soll. Places-Nutzer sollen so künftig  "Angebote eurer Lieblingsgeschäfte in eurer Nähe finden – von Restaurants um die Ecke bis zu großen Einzelhandelsgeschäften".  

Damit geht Facebook weiter mit Foursquare in den Infight. Der bisherige Geotagging-Platzhirsch belohnt seine Nutzer, die häufig an einem Ort einchecken und virtuelle Auszeichnungen (Bürgermeister-Titel und Abzeichen) erringen können, bekanntlich mit einem Benefit-System – Foursquare-Bürgermeister bei Starbucks erhalten in den USA etwa Rabattierungen.

Marktführerschaft: Liegt Facebook schon "ein Vielfaches" vor Foursquare?

Mit "Deals", das zunächst nur in den USA gelauncht wird, geht Facebook nun einen ähnlichen Weg. Unternehmen können Nutzer dann künftig dank offenem API auf Angebote aufmerksam machen – Place wird zum virtuellen Marktplatz, auf dem dem lokalisierten Nutzern via Smartphone immer neue "Deals" entgegenblinken dürften. Zum Start konnte das weltgrößte Social Network gleich eine Reihe von Großkonzernen für gewinnen – darunter etwa McDonalds, Gap, H&M und ebenfalls Starbucks.  

Damit waren alle neuen Features verkündet, aber noch nicht alles gesagt: Zehn Wochen nach dem Start habe Places bereits die Marktführerschaft errungen, ließ Zuckerberg die Zuhörer wissen: "Places ist um ein Vielfaches größer als jeder andere Ortungsdienst", erklärte der Facebook-Gründer, dem offenkundig viel daran gelegen war, seine zuletzt fahrigen Presseauftritte vergessen zu machen. Zahlen konnte oder wollte Zuckerberg indes nicht nennen.

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