Murdoch gibt MySpace letzte Frist

Starkes Finish vom Medientycoon: Im abgelaufenen Dreimonatszeitraum, dem letzten des Geschäftsjahres 2009/10, konnte das von Rupert Murdoch geführte Medienkonglomerat News Corp. einen Gewinnanstieg von mehr als 36 Prozent vermelden. Interessant wurde es dann im anschließenden Conference Call: Nach zahlreichen verlustreichen Quartalen ließ Murdoch-Vertreter Chase Carey erstmals eine Schließung des einst größten sozialen Netzwerks MySpace durchblicken.

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Starkes Finish vom Medientycoon: Im abgelaufenen Dreimonatszeitraum, dem letzten des Geschäftsjahres 2009/10, konnte das von Rupert Murdoch geführte Medienkonglomerat News Corp. einen Gewinnanstieg von mehr als 36 Prozent vermelden – die Analystenschätzungen wurden damit nachhaltig geschlagen. Interessant wurde es dann im anschließenden Conference Call: Nach zahlreichen verlustreichen Quartalen ließ Murdoch-Vertreter Chase Carey erstmals eine Schließung oder den Verkauf des einst größten sozialen Netzwerks MySpace durchblicken.

Was für einen Unterschied 18 Monate machen können: Solange ist es nämlich her, als die Finanzkrise ihren Höhepunkt erreichte und vor allem die zyklische Medienbranche schwer in Mitleidenschaft zog – Ende 2010 erscheint das bereits wie eine Ära aus einer anderen Zeit. Vor allem für den letzten Tycoon der Branche, Rupert Murdoch, der wieder den wertvollsten reinrassigen Medienkonzern der Welt besitzt – News Corporation.

39 Milliarden Dollar ist der in Sydney und New York gelistete Mutterkonzern des Wall Street Journal wieder wert – drei Milliarden mehr als Konkurrent TimeWarner, der wenige Stunden zuvor sein Zahlenwerk vorgelegt hatte.

Boomendes Fernseh- und Filmgeschäft: Gewinnplus von 28 Prozent

Keine Frage: Diese Runde ging an Rupert Murdoch. Um 36 Prozent konnte der „Mann, dem die Nachrichten gehören“, so die wörtliche Übersetzung der jüngsten Michael Wolff-Biographie, die Gewinne im Dreimonatszeitraum Juli bis September steigern. Im letzten Quartal des Geschäftsjahres fuhr News Corp. damit 775 Millionen Dollar oder 30 Cent je Aktie ein.

Die Analystenschätzungen, die noch bei 24 Cent je Anteilsschein gelegen hatten, wurden damit deutlich geschlagen. Auch die Umsätze zogen an, wenn auch weniger rasant – ein Plus von 7,2 auf 7,42 Milliarden Dollar. Die Wall Street-Prognosen hatten bei glatt 7,4 Milliarden Dollar gelegen. Zum Umsatz- und Gewinn-Treiber avancierte erneut die Film und Fernsehsparte (Fox, 20th Century Fox), deren Gewinne allein um 28 Prozent wuchsen.

MySpaces Gnadenfrist: „Wir denken in Quartalen, nicht Jahren“

Doch es gab auch einen Fleck auf der weißen Weste, der ausgerechnet im vermeintlichen Wachstumsgeschäft, dem Internet-Sektor, verursacht wurde. Vor allem das soziale Netzwerk MySpace, das einst als Hoffnungsträger galt, verlor weiter Geld – und büßte 70 Millionen an Umsätzen ein.

News Corp.-Präsident Chase Carey bezog im anschließenden Conference Call ungewohnt deutlich Stellung zur Zukunft des ungeliebten Social Networks: „Wir denken in Quartalen, nicht Jahren“, erklärte der Finanzvorstand.

„MySpace hat das Potenzial, müsse aber nachhaltiges Traffic- und Umsatzwachstum nachweisen und sich auf einem klaren Weg zur Profitabilität befinden.“ In anderen Worten: Ist das nicht Fall, dürfte die Geduld von News Corp. bald zu Ende sein – „in Quartalen, nicht Jahren“.

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