Handel: Bauer plant Regal-Revolution

Eine Studie mit Sprengkraft: Nach dem Streit um das Top-100-Siegel von Bauer starten die Hamburger die nächste Vertriebsaktion, die der Konkurrenz nur bedingt schmecken wird. Mit Hilfe einer eigens angefertigten GVK-Studie wirbt der Verlag für eine bessere Zeitschriften-Platzierung im Lebensmitteleinzelhandel. Das werden auch die Rivalen gut heißen. Doch Bauer fordert zudem eine stärkere Konzentration auf die Presse-Top-Seller, was viele Wettbewerber alarmieren dürfte.

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Die Studie kommt laut Bauer zu dem Ergebnis, dass "der Gesamtumsatz des Pressesortiments im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) durch die optimale Präsentation der Top-Seller deutlich gesteigert werden" kann. Weiter heißt es: "National hochgerechnet würde die auf Basis der Studiendaten ermittelte Umsatzsteigerung rund 10 Millionen Euro entsprechen."

Das Zauberwort aus Sicht der Bauer-Manager lautet "Vollsichtplatzierung". Die Hamburger wollen, dass weniger Hefte besser platziert werden. Heißt: Die Märkte sollen die Magazine mit den höchsten Einzelverkäufen gut sichtbar auslegen, und Nischenblätter, die bislang gleichberechtigt im Regal neben den Verkaufsschlagern lagen, eher vernachlässigen.

Die Untersuchung kommt zu dem "alarmierenden Ergebnis", dass die Kaufentscheidungen vor dem Zeitschriftenregal in immer kürzerer Zeit getroffen werden. "Im Schnitt hält sich ein Kunde nur noch 1:42 Minuten am Regal auf. Zum Vergleich: 2007 waren es noch 2:36 Minuten (Quelle: BOK 2007)." Zudem sei die Mehrheit der Käufer mit dem Presseregal unzufrieden. Dagegen bewerteten 80 Prozent der Befragten die Vollplatzierung als „gut“, denn 90 Prozent der Konsumenten – also die Top-Seller-Käufer – würden ihre gewünschte Zeitschrift sofort finden. "Demnach gewinnt die Übersichtlichkeit am Regal weiter an Bedeutung, wobei Vollsichtplatzierung als eines der am stärksten genutzten Leitsysteme sowohl für den Handel als auch für die Käufer angegeben wurde."

"Die Ergebnisse unserer Marktforschung fordern zum schnellen Handeln auf. Sie zeigen, dass dringender Optimierungsbedarf am Presseregal besteht. Die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden können durch eine am Umsatz orientierte Präsentation der Zeitschriften bedient werden", so Heribert Bertram, Geschäftleiter Bauer Vertriebs KG. "Unser Ziel ist es, den gesamten Zeitschriftenumsatz gemeinsam mit dem LEH durch Information sowie neue Regalstrukturen und -systeme zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir unseren Außendienst personell ausbauen und den Bedürfnissen der Käufer nach mehr Übersichtlichkeit nachkommen."

Nach Informationen von Horizont.net machen die Hamburger auch gleich Nägel mit Köpfen. So soll eine groß angelegte Werbe- und Informationskampagne die Einzelhandels-Manager überzeugen. Zudem stell Bertram extra zehn Außendienstler ab.

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