Was bringt die Times-Paywall ein?

Es bleibt ein Experiment mit ungewissem Ausgang: Die ersten konkreten Zahlen über die Folgen der Bezahlschranken vor der Londoner Times schaffen wenig Klarheit, verschärfen aber die Diskussion um die digitale Zukunft der Verlage. 105.000 Kunden haben laut News Corp. gezahlt, dabei werden jedoch sehr unterschiedliche Beträge und Nutzungsarten addiert. Der rivalisierende Guardian kommt zum Schluss: "Daraus errechnet sich kein neues Geschäftsmodell".

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Die Times selbst kommentiert die Zahlen vorsichtig-optimistisch: "Es ist noch zu früh für eine Bewertung. Aber die Zahlen sind ermutigend" sagt Times-Chefredakteur James Harding. Rebekah Brooks, Chefin der englischen Holding von Rupert Murdochs Konzern, wagt sich weiter vor: "Diese Zahlen zeigen eindeutig, dass viele Menschen bereit sind, für Qualitätsjournalismus in digitaler Form zu bezahlen. Jeder Digitalabonnent ist wertvoller für uns als eine Vielzahl von Nutzern im früheren Modell."

Die Times teilt der zweifellos höchst interessierten Konkurrenz mit, dass "etwa die Hälfte" der gut 100.000 Zahler die monatliche Gebühr – derzeit etwa 17 Euro, aber auch Einführungs-Angebote  – entrichtet; wie oft, bleibt offen. Beim Rest wird es schwierig, da die Zeitung Einzelabrufe und diverse Spezialarrangements anbietet, auch Einmal-Käufer der iPad-App (10 Pfund) werden offenbar mitgezählt.

Roy Greenslade vom Guardian beruft sich auf eine "gute Quelle" bei der Times, nach der die iPad-Kunden mit 45.000 zu Buche schlagen. Daraus errechnet er monatliche Einnahmen von 450.000 Pfund (gut 500.000 Euro). Ob das den Verlust an Werbeerlösen durch ausgesperrte Online-Nutzer kompensiert, ist die große Frage. Vor der Umstellung im Juni hatte die Times online 20 Millionen Besucher.

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