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Volksfest zum Start von Google Street View

Google hat eine Vorschau auf seinen umstrittenen Dienst Google Street View online gestellt. Einige Fußballstadien sowie ausgewählte Sehenswürdigkeiten können nun virtuell besichtigt werden. Darunter die Berliner Siegessäule, die Hamburger Köhlbrandbrücke und der Münchner Königsplatz. Außerdem dabei: die Allgäuer Google-Fan-Gemeinde Oberstaufen, die das Google-Auto zu sich eingeladen hatte und den Start von Street View nun sogar mit einem Volksfest feiert.

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Der am wenigsten prominente Ort in Google Street View ist so gleichzeitig der interessanteste: Oberstaufen im Allgäu. Das kleine Städtchen hat sich bereits im August als Google-Fan-Stadt zu erkennen gegeben. Die dortige Tourismusgesellschaft hat clever die Chance für günstige PR erkannt und mit einer Torte und einem Video Google dazu eingeladen, die Straßen der Stadt abzufotografieren und online zu stellen. Ein Wunsch, der dem Internet-Riesen natürlich wie gerufen kam. Darum darf Oberstaufen nun auch als kleine Stadt neben Berlin, München, Hamburg, Dresden und Stuttgart als erstes im Internet bei Street View bestaunt werden.

Die Oberstaufener veranstalten am heutigen Dienstag anlässlich des Street-View-Startes sogar ein kleines Volksfest. Wieder mit Torte und auch Google-Deutschland-Sprecher Kay Oberbeck gibt sich die Ehre. Die Party wird von Google mit Live-Bildern und Videos dokumentiert. Mit soviel Freundlichkeit wurde das Street-View-Projekt des Internet-Konzerns nicht überall in Deutschland empfangen. Es gab massive Proteste von Bürgern, Datenschützern und Politikern, die ein Eindringen in die Privatsphäre fürchteten. Google hat alles mögliche unternommen, um die Bedenken zu zerstreuen. So wurden in einem aufwändigen Verfahren vorab Einsprüche ermöglicht und einzelne Häuser auf Wunsch unkenntlich gemacht.

Unter dem Namen “kleine Deutschlandreise” hat Google die ersten Bilder von Street View nun also online zur Verfügung gestellt. Dabei kann man vom heimischen Bildschirm aus Rundgänge um das Berliner Kanzleramt, die Siegessäule, den Theaterplatz in Dresden, die Köhlbrandbrücke in Hamburg, den Münchner Königsplatz und Schloss Solitude in Stuttgart unternehmen. Die Qualität der Fotos ist gewohnt gut und die Rundgänge via Mausklick machen durchaus Spaß – auch wenn die virtuelle Bewegungsfreiheit noch eingeschränkt ist. Man kann sich meist nur auf einer festgelegten Bahn bewegen und nicht frei durch die Straßen navigieren. Dies wird erst möglich sein, wenn Google Street View für Deutschland komplett online ist. Und auch dann nur für die größten 20 deutschen Städte.

Gesichter und Auto-Kennzeichen werden von Googles Software automatisch verpixelt. Nach einem ersten Rundgang durch Google-Deutschland kann man feststellen, dass das auch gut geklappt hat. Es gibt zahlreiche Autos und Passanten zu sehen. Die Gesichter und Kennzeichen sind aber stets angemessen unkenntlich gemacht – egal ob beim Rentner mit Wanderstöcken in Oberstaufen oder beim kurzbehosten Touristen vor dem Berliner Kanzleramt. Sollte die Software in Einzelfällen versagt haben, verspricht Google schnelle Abhilfe. Man kann direkt aus Street View heraus aus Lösch-Wünsche an Google senden.

Überhaupt dürfte die Live-Schaltung von Street View für Deutschland die teilweise hysterisch geführte Datenschutz-Debatte beruhigen. Es zeigt sich, dass Street View doch sehr harmlos ist und man in Häuser und Vorgärten eben nicht hineinspähen kann. Was bleibt ist ein nettes und bisweilen nützliches Online-Spielzeug für die nächste Reiseplanung oder den Umzug. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Was halten Sie vom Street-View-Start in Deutschland? Hätten Sie das Auto auch mit einem Volksfest begrüßt? Diskutieren sie mit uns bei Facebook.

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