FAZ: App der klugen Köpfe nur Durchschnitt

Lange nach der Welt und der SZ hat jetzt auch endlich die FAZ eine eigene iPhone-App. In ihrer heutigen Print-Ausgabe werben die Frankfurter für das neue Angebot. Unter einem Foto zweier iPhones, inklusive passender Screenshots, steht der wunderbare Claim: "'Wir würden uns nicht auf ihrem Telefon melden, wenn es nicht wichtig wäre." Visuell überzeugt die Handy-Ausgabe, inhaltlich weist sie jedoch zwei große Lücken auf. Sie bietet kein E-Paper, zudem fehlen die Blogs.

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Lange nach der Welt und der SZ hat jetzt auch endlich die FAZ eine eigene iPhone-App. In ihrer heutigen Print-Ausgabe werben die Frankfurter für das neue Angebot. Unter einem Foto zweier iPhones, inklusive passender Screenshots, steht der wunderbare Claim: "Wir würden uns nicht auf ihrem Telefon melden, wenn es nicht wichtig wäre." Visuell überzeugt die Handy-Ausgabe, inhaltlich weist sie jedoch zwei große Lücken auf. Sie bietet kein E-Paper, zudem fehlen die Blogs.

Wunderbare Anzeige: Die FAZ bewirbt ihre eigene App

Mit dem Fehlen dieser beiden Kernangebote, stellt sich fast schon die Frage, warum die FAZ überhaupt eine eigenen Applikation braucht. Eine für Mobilgeräte optimierte Webseite haben die Frankfurter bereits. Warum sollen die Nutzer für die lediglich in der Einführungsphase kostenfreie App 2,99 Euro pro Monat ausgeben?

Gerade die strategische Entscheidung auf die Blogs zu verzichten, ist unverständlich. Denn mit Autoren wie Don Alphonso oder Stefan Niggemeier verfügen die Frankfurter über echte Meinungsführer der Blogosphäre. Zudem gehört die Netzgemeinde zur Kernzielgruppe des neuen Angebots.

Stattdessen bietet die Applikation laut iTunes-Werbetext "in gewohnter Qualität nicht nur die neuesten Nachrichten aus aller Welt, sondern darüber hinaus – exklusiv für das iPhone – auch wöchentliche Empfehlungen aus der Feuilleton-Redaktion." Jeden Mittwoch wollen ausgewählte Redakteure des FAZ-Feuilletons ihre aktuellen Favoriten aus den Bereichen Literatur, Sachbuch, Film, Theater, Musik, Kulinarik, Ausstellungen und Comics empfehlen.

Laut Selbstbeschreibung bietet die neue App eine Push-Funktion für Eilmeldungen, eine Offline-Version, die Möglichkeit Artikel via Twitter und Facebook weiterzuempfehlen sowie aktuelle Börsenkurse mit Charts. Zudem wollen die Frankfurter mit einem Fußball Live-Ticker und einer Favoritenfunktion punkten.

Gegenüber dem Branchendienst Horizont erklärte Hans Wachtel, Leiter Elektronische Medien, warum man sich so viel Zeit gelassen hat. "Wenn sich ein Markt neu entwickelt, werden am Anfang häufig Fehler gemacht. Wir haben uns entschieden, Know-how aufzubauen, bevor wir ein Angebot starten." Der Plan ist nur bedingt aufgegangen. Denn die neue FAZ-App ist nicht besser als die Konkurrenz-Angebote. Da ein E-Paper fehlt, bietet sie sogar – im Vergleich zu einigen Rivalen – einen echten Mehrwert weniger.

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