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WAZ-Neustart die prominente im Check

Milliion-Duell an deutschen Kiosken: 500.000fach bringt der Essener Verlag Stegenwaller die exklusive auf den Markt, die WAZ hält mit die prominente in gleicher Auflagenhöhe dagegen, um das Areal des seit 1979 etablierten People-Magazins die aktuelle zu schützen. Während die exklusive bereits am 30. September startete und alle zwei Wochen erscheint, ist die prominente als Monatstitel konzipiert. Seit heute sind beide Titel im Verkauf erhältlich. MEEDIA vergleicht die Konzepte im Schnell-Check.

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Frauen, "die selbstbewusst im Leben stehen und sich vor allem für Promis und Lifestyle interessieren", will die 60 Seiten starke exklusive ansprechen, so Chefredakteurin Astrid Krudewig. Der Copy-Preis liegt wie bei der ebenfalls 60 Seiten umfassenden prominente bei einem Euro. Bei der Rubrizierung zeigen sich Unterschiede. Neben dem Must have-Themen Stars und Beauty, das beide für ihre Platzverhältnisse in extenso bedienen, setzt die exklusive auf ein eigenes Ressort Medizin, bei der prominenten gibt es stattdessen Life.

Cover-Check: Die beiden Titelbilder im Vergleich

Erstes Indiz, dass der Zielgruppen-Fokus nicht ganz deckungsgleich ist: Die Essener scheinen eher ältere Leserinnen anzusprechen als die WAZ, die so wohl auch Kollateralschäden im Verkauf von die aktuelle vermeidet. Auch der Themenmix unterscheidet sich: Während die exklusive erst in zweiter Linie auf die internationalen Promis und vor allem bei der Titelgeschichte auf deutsche Namen setzt, verhält es bei die prominente umgekehrt: Da muss Alexandra Neldel ins Teaser-Kästechen weichen und Tom Cruise die große Headline überlassen.
Eine Doppelseite aus die exklusive

Bei genauerem Hinsehen bevorzugt die exklusive eher die raue Gangart und wildert mit Nischen wie "Die ungeschminkte Wahrheit" im Revier der respektlosen People-Hefte wie InTouch. Der WAZ-Titel wirkt freundlicher und anzeigenaffiner. Handwerklich wirkt das unter dem Eindruck der gerade gestarteten Konkurrenz mehr oder weniger aus dem Boden gestampfte Blatt handwerklich erstaunlich reif und unterstreicht die lange Magazinerfahrung der Münchner Magazinmacher. "Eine kleine Schatztruhe voller großer Gefühle und aufregender Promi-News" verspricht Chefredakteurin Anne Hofmann (leitet auch die aktuelle) den Leserinnen Ihre Essener Marktrivalin Astrid Krudewig sinniert über "rosarote Brillen" und "Schmetterlinge im Bauch".

Eine Doppelseite aus die prominente

Fazit: Für Leserinnen, die sich nicht daran stören, dass in beiden Heften die Spekulation das gängigste journalistische Stilmittel ist und die zudem auf einen frauenmagazinüblichen Serviceteil mit Rätsel, Horoskop und Psychotipps Wert legen, sind die Titel durchaus eine Alternative zu den höherpreisigen etablierten Zeitschriften im Segment. Wie lange die Verlage nach Burdas Flop mit Chatter das Preisdumping durchhalten, und wer sich hier am Ende durchsetzt, bleibt abzuwarten.

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