Urteil: Amateur-Fußball darf frei ins Netz

"Auswärtsieg! Wir haben das Spiel gedreht!" So feiert das Internet-Portal Hartplatzhelden.de das Urteil des Bundesgerichtshofs, nach dem die werbefinanzierte Seite weiter Videos aus dem Amateurfußball zeigen darf. Geklagt – und in unteren Instanzen recht bekommen – hatte der Baden-Württembergische Fußballverband WFV, der seine Rechte als Veranstalter der Spiele verletzt sah. Das Portal hat drei Jahre Verfahrensdauer mit Hilfe vieler Unterstützer überstanden.

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Hartplatzhelden-Gründer Oliver Fritsch freute sich über das Urteil. "Heute ist ein Stück Freiheit für das Internet erkämpft worden, aber auch für Vereine und Spieler". Und weiter geht es im Jargon: "Dieses Spiel war so hart, wie es für eine kleine Firma wie unsere nur sein kann."
In der Vorinstanz, beim Oberlandesgericht Stuttgart, hatte man in den Amateurvideos noch eine "unlautere Nachahmung eines geschützten Leistungsergebnisses" nach dem Wettbewerbsrecht gesehen. Die Funktionäre des WFV hatten argumentiert, einen (kommerzielle) Verwertung stehe nur dem Verband als Veranstalter zu. Der BGH sieht in den Bildern aus Jugendfußball und unteren Amateurklassen indes keine "unlautere Leistungsübernahme" und stellt dem Verband anheim, er könne ja die Filmaufnahmen über das Hausrecht der jeweiligen Vereine sichern.
Dass dieser Rat nicht eben praktisch ist, bestätigte WFV-Vizepräsident Michael Hurler: "Wir wehren uns ja nicht gegen das Filmen, sondern gegen das Verwerten." Die "Verwertung" durch die Hartplatzhelden ist, wie die Betreiber glaubhaft versichern, aber nicht auf die Anhäufung von Reichtümern gerichtet, sondern der Deckung der Kosten.

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