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Konstantin, Emma Piel, Müntes Michelle

Blogger und Medienjournalist Stefan Niggemeier hat eine Kommentarspalte geschlossen, weil die Person, die ganz offiziell nicht Konstantin Neven DuMont ist, dort weiter fleißig postete. WDR-Intendantin Monika Piel musste sich von Mitarbeitern als Emma Peel verspotten lassen - macht dabei aber eine ganz gute Figur. Michelle Müntefering verfasst kuschelige Promi-Geschichten für die SZ und der jüngste Neuzugang im immer verwirrenderen Segment der Frauenpresse heißt wie? Richtig: die prominente.

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Die Diskussion um Konstantin Neven DuMont und seine angebliche Kommentiererei im Blog von Stefan Niggemeier ging diese Woche heiter weiter. DuMont jr. gab ausgerechnet in der Kölner Bild-Ausgabe ein Interview zum Thema, in dem er ankündigte, die Sache nicht auf sich sitzen lassen zu wollen. In dem Blog-Artikel “Die Haltlosigkeit von DuMont Schauberg” bei Stefan Niggemeier tauchte prompt wieder der geheimnisvolle Kommentierer auf, von dem man nicht weiß, ob es Konstantin Neven DuMont, oder “KND” wie er nun immer öfter genannt wird, ist oder nicht. Die Diskussion in den Kommentaren wurde dann selbst Stefan Niggemeier zu bunt. Nachdem der anonyme Kommentator ominös über rechtliche Schritte gegen Niggemeier räsonierte, ihn der Lüge bezichtigte, abstritt, KND zu sein und am Ende mutmaßte, Niggemeier habe womöglich “etwas eingeworfen”, schloss der Medienjournalist die Kommentarspalte zu dem Artikel. Ganze 688 Kommentare waren bis zu diesem Zeitpunkt aufgelaufen. Rekordverdächtig.

Auf ganz andere Weise ihrem Ärger Luft gemacht haben anonyme Mitarbeiter des WDR. Sie haben eine täuschend echte Fake-Ausgabe der Sender-Mitarbeiterzeitung WDR Print produziert. Darin stehen lauter satirische Meldungen, z.B. dass qualitativ hochwertige Programme künftig schon um 20.15 Uhr laufen, oder dass Günther Jauch wegen seiner astronomischen Honorarforderungen nun doch nicht zur ARD kommt. Auch die miserable Bezahlung von freien Mitarbeitern, die in einem eklatanten Missverhältnis zum üppigen Budget des Hauses steht, wird angeprangert. Das Ganze ist eine sehr kreative Form des Protestes. Nichtsdestotrotz ist es ein Protest. Es spricht Bände, dass Mitarbeiter des WDR die Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hin zu Privatfunk-Methoden und -Programmen schelten. WDR-Intendantin Monika Piel, die in der Fake-Ausgabe charmant als “Mit Schirm, Charme und Melone”-Heldin Emma Peel dargestellt wird, probt die gekonnte Erdrosselung der Kritik durch Umarmung.

Als herauskam, dass eine Agentur im Auftrag der Zeitschrift Bunte hinter dem früheren SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering und seiner jungen Gattin Michelle hinterherschnüffeln ließ, waren die Münteferings sehr empört. Zumindest Michelle Müntefering hat aber nun bewiesen, dass sie als Journalistin gegen Promi-Berichterstattung nichts einzuwenden hat, so lange diese schön kuschelig ist. Für die Panorama-Seite der Süddeutschen schrieb sie einen langen und freundlichen Artikel über Promi-Kreuzfahrten und durfte dabei den bekennenden SPD-Unterstützer Udo Lindenberg ganz nah begleiten (“Sonderschiff nach Oslo”). Die Fotos zum Artikel hat sie auch gleich noch selbst geschossen.

Es wird immer unübersichtlicher im Segment der Frauenpresse. Da hat kürzlich die Verlagsgruppe Stegenwaller eine preiswerte Frauen-People-Zeitschrift mit dem seltsam anmutenden Namen die exklusive auf den Markt geworfen. Das war ziemlich unverhüllt ein publizistischer Angriff auf die aktuelle aus dem zur WAZ-Gruppe gehörenden Gong Verlag. Jetzt schlägt die WAZ zurück und bringt gegen die exklusive wiederum die prominente auf den Markt. die aktuelle, die exklusive, die prominente – was kommt als nächstes? “die aufgehübschte” für die Beauty-orientierte Frau von heute? “die schnelle” mit den schnellsten Promi-News? “die adelige” mit den haarsträubendsten Adels-Geschichten? Man will es vielleicht gar nicht so genau wissen.

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