„Adel ist anfällig für Sex-Obsessionen“

Publishing Die Titanic heizt mit ihrem aktuellen Cover die Debatte um die RTL-II-Sendung "Tatort Internet" noch einmal kräftig an. Denn unter der Überschrift "tatort ehebett - Stephanie zu Guttenberg enttarnt neues Sex-Ekel" nehmen sich die Satiriker das Politiker-Powerpaar so richtig zur Brust. Im MEEDIA-Interview verrät Chefredakteur Leo Fischer, dass er es "mutig" findet, "dass sie jetzt das Schweigen durchbrechen will und aufzeigt, was wirklich geschieht hinter unseren Schlossmauern und Burggräben".

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Herr Fischer, wie kam es zu dem aktuellen Titanic-Cover?
Wir haben die Diskussion um die Fantasy-Serie "Tatort Internet" mit Interesse verfolgt und uns sehr für den Einsatz von Frau zu Guttenberg begeistert. In unseren Augen thematisierte die Sendung jedoch zu wenig, dass der überwiegende Teil der Missbrauchsfälle tatsächlich in den Familien, insbesondere in adligen Ministerfamilien mit unterbeschäftigten Ehefrauen stattfindet. Unser freier Mitarbeiter Daniel Sibbe hat mit seinem Titelentwurf das Problem dann auf den Punkt gebracht.

Verfügen Sie über Detailinformationen zum Privatleben der zu Guttenbergs?
Wir wissen ja aus der Geschichte, dass der Adel besonders anfällig ist für sexuelle Obsessionen; Sadismus, Masochismus sind bekanntlich alle nach Adligen benannt. Ich finde es mutig von Frau zu Guttenberg, dass sie jetzt das Schweigen durchbrechen will und aufzeigt, was wirklich geschieht hinter unseren Schlossmauern und Burggräben.

Das November-Cover der Titanic

Wie finden Sie die Sendung "Tatort Internet"?

Ich finde es sehr gut, dass das Medium Internet endlich als das gegeißelt wird, was es ist: ein Hort des Verbrechens und der Infamie. Es ist mir völlig unbegreiflich, dass Seiten wie Bild.de und Neon.de immer noch nicht sofort gelöscht werden können. Da müssen schnell irgendwelche neuen Gesetze her.
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erzielt gute Umfragewerte. 44 Prozent der Deutschen können sich einer Forsa-Umfrage zufolge sogar seine Frau Stephanie als Familienministerin vorstellen. Wollen Sie den beiden mit dem Cover schaden?
Im Gegenteil: Wir begleiten die zu Guttenbergs schon seit ihren Anfängen und haben ihnen in jeder Krise zur Seite gestanden, so auch jetzt. Als die Zahl der in Afghanistan getöteten Soldaten ständig zuzunehmen begann, hat sich unser Redakteur Mark-Stefan Tietze sogar als Redenschreiber für zu Guttenberg versucht: mit dem universellen Trauerredengenerator, den wir auch ins Netz gestellt haben. So kann zu Guttenberg die lästige Trauerei effektiv und dennoch pietätvoll abkürzen.

Wollen Sie Bunte und Gala Konkurrenz machen?
Ich hoffe, dass uns der Markt nicht dazu zwingt. Ich wüßte nicht, ob ich nach einer buntetypischen rührseligen Homestory mit z.B. den Steinmeiers noch in den Spiegel schauen könnte.

Fürchten Sie nicht, dass das Cover zur Politikverdrossenheit beiträgt?

Nein, denn durch Titelgeschichten wie diese können die Menschen lernen, dass auch Politiker nur ganz normale Menschen sind, mit ganz normalen finsteren Geheimnissen und schrecklichen Abgründen.

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