Social-Media-Coup mit viel Wurstwasser

Kaum zu glauben, zu welch banalen Produkten man hervorragende Social-Media-Kampagnen auf die Beine stellen kann. Die Hamburger Agentur Elbkind hat für die Wurstfabrik Rügenwalder Mühle eine bemerkenswerte Viral-Kampagne für Wiener Würstchen im Becher produziert. Dafür wurde ein aufwändiges Viral-Video mit viel Wurstwasser in einem Kunstflugzeug gedreht, und das Komiker-Duo Mundstuhl legte ihr Lied “Wurstwasser” neu auf. Nutzer bei Facebook und Twitter sind begeistert.

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Das Lied ist eigentlich eine Parodie auf die martialischen Haudrauf-Musik der Gruppe Rammstein. Für den Werbeauftritt wurde der Text neu verfasst. Jetzt heißt es zu krachenden Stampf-Gitarren mit teutonisch gerolltem Rrrrr in der Stimme: “Rrrrügenwalder hat’s geschafft, Würrstchen gibt’s jetzt ohne Saft.” Dazu zeigt das Video Bilder eines Kunstflugs mit “Wursttestern”, die versuchen, während Loopings und Rollen Würstchen aus dem Glas zu fischen und zu essen. Dabei fliegt natürlich das ganze Wurstwasser im Cockpit herum.
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Die Werbung macht trotz ihrer Infantilität einen Heidenspaß und kommt bei den Nutzern im Netz hervorragend an. Während die Deutsche Bahn mit ihrer Viral-Kampagne “Chefticket” auf massive Probleme und reichlich Kritik stößt, haben die Social-Media-Experten von Elbkind bei Rügenwalder ganz offenbar den richtigen Viral-Dreh gefunden. Per Voting konnten sich “Wurstfans” vorab als “Tester” und Teilnehmer in dem Video bewerben. Die ganze Aktion wurde via Twitter begleitet und bei Facebook und YouTube dokumentiert.
Gleichzeitig wurden auch Anzeigen bei Facebook geschaltet, die auf die Aktion “Wurstwahnsinn” aufmerksam machten. Beworben wird übrigens ein neuer Wurstbecher, in dem die Wiener Würstchen ohne das sonst übliche Wurstwasser gelagert werden. Die Kombination aus Witz, Skurrilität und Interaktivität führte zu einer Social-Media-Kampagne wie aus dem Bilderbuch. Die Facebook-Seite von Rügenwalder ist voll mit lobenden Kommentaren von Nutzern, die sich über das Video und die Aktion freuen. Auf diese Weise kann man ein so banales Alltagsprodukt wie Würstchen neu und interessant inszenieren.Das Ganze wäre vielleicht auch nebenbei eine nette Werbung für das Original-Mundstuhl-Lied vom “Wurstwasser” gewesen – das entsprechende Video wird von YouTube immerhin vorgeschlagen. Klickt man aber darauf, bekommt man den Hinweis, dass dieses Video wegen der Urheberrechte von Sony Music Entertainment hierzulande nicht verfügbar ist. Eine Einigung der Musikkonzerne und der Gema mit YouTube ist offenbar bedeutend schwieriger zu erzielen, als das Kunststück Würstchen ohne Saft herzustellen.

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