Keine Einigung bei Tarifverhandlungen

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) haben sich nicht auf neue Tarifverträge für Tageszeitungs-Redakteure einigen können. Ohne Annäherung der gegenseitigen Positionen sind die Verhandlungen gestern unterbrochen worden. Am 8. Dezember werden sie fortgesetzt.

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In der zweiten Verhandlungsrunde machte der BDZV erneut seine Position deutlich: Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen der Branche seien Einsparungen bei den Personalkosten unumgänglich. "Die tarifbasierten Kosten müssen gesenkt werden", betonte der Verhandlungsführer des BDZV, Werner Hundhausen. Nur so könne es gelingen, den Flächentarifvertrag zu erhalten.
Die Pläne des BDZV umfassen folgenden Punkte: Berufseinsteiger erhalten einen abgesenkten Tarifvertrag. Niedrigere Gehälter, weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie eine höhere Wochenarbeitszeit sollen darin enthalten sein. Urlaubs- und Weihnachtsgeld will der Verband auch beim heutigen Personalstamm an Redakteuren reduzieren. Steigen sollen indes die Gehälter: in den ersten zwei Jahren durch Einmalzahlungen und im dritten Jahr prozentual. Genaue Zahlen nannte der BDZV nicht.
"Die Forderungen der Verleger sind weder für uns in dieser Form annehmbar noch ohne konkrete Zahlen verhandelbar", kritisierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. "Es ist bedauerlich, dass der BDZV die Augen vor der Realität in den Redaktionen verschließt. Die sieht vor allem so aus: immer mehr Arbeit bei schrumpfender Personaldecke." Es sei nicht zu verstehen, dass die Verleger die wirtschaftliche Situation einseitig negativ darstellten, monierte Döhring. Mit Billigtarifen schadeten die Verleger nicht nur den Journalisten, sondern letztendlich den Zeitungen selbst, die immer weniger auf Qualität setzen könnten.
Am 14. September verhandelten DJV und BDZV zum ersten Mal über neue Vertrags-Modalitäten. Rund 14.000 Tageszeitungs-Redakteure sind mit Tarifverträgen angestellt.

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