Nach Urteil: Fischer entlässt PR-Beraterin

Schauspieler Ottfried Fischer hat nach dem Prozess um die Prostituierten-Affäre seine PR-Beraterin mit sofortiger Wirkung entlassen. Das berichtet satundkabel mit Verweis auf dpa. Die Kommunikationsexpertin hatte sich vor Gericht den Aussagen des angeklagten Ex-Bild-Reporter angeschlossen und bestritten, dass der Journalist Fischer wegen eines heimlich gedrehten Sex-Videos für ein Interview unter Druck gesetzt habe. Der ehemalige Bild-Mitarbeiter wurde am Montag zu einer Geldstrafe von 14.400 Euro verurteilt.

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Insgesamt entstanden drei Artikel für Bild, an denen Fischer nach eigenen Aussagen nur mitarbeitete, weil er sich dazu genötigt sah. Der Schauspieler wusste, dass der Journalist im Besitz des Videos war. In dem Interview mit der Überschrift "Die Huren nutzten meine Krankheit aus!" sprach der Schauspieler über den Besuch der Prostituierten, wie sie seine Parkinson-Erkrankung ausnutzen und ihn schließlich um sein Geld brachten. In der Regel arbeite er nicht mit der Boulevard-Zeitung zusammen, nur wenn er wegen einer Produktion vertraglich an Pressearbeit gebunden sei, sagte Fischer.
"Solange Sie diese CD nur haben, ist das in Ordnung", sagte der Richter dem Ex-Bild-Mitarbeiter, wie n-tv berichtet. "Aber wenn Sie sich diese CD nutzbar und gleichzeitig Druck machen, dann ist es eben kein legaler Journalismus mehr." Dem soll die Verteidigung entgegengesetzt haben, dass der Journalist keine Forderungen an Fischer gestellt, sondern dessen PR-Beraterin ein Interview angeboten habe. Diese bestätigte die Aussage. "Ich denke, es war eine Art von Nettigkeit, mich anzurufen und mich über das Video zu informieren", wird die 59-Jährige zitiert. Diese Art von "Deals" mit der Presse gebe es häufiger. "Es ist immer eine Form von Handel."
Das Interesse an einem Gespräch sei dadurch zustande gekommen, weil der Schauspieler die Prostituierten angeblich nicht für ihre Dienste bezahlt habe, sagte der ehemalige Bild-Mitarbeiter. Dabei sei das Video zu keinem Zeitpunkt redaktionell verwertbar gewesen.
Die Vorwürfe der Nötigung gegen den ehemaligen Mitarbeiter seien haltlos, das würden die Aussagen Fischers und seiner PR-Agentin belegen, teilte Tobias Fröhlich, Sprecher des Axel Springer Verlags, mit. "Das Urteil setzt zukünftig jede journalistische Recherche der Gefahr aus, kriminalisiert zu werden." Noch sei die Entscheidung nicht rechtskräftig. "Nach den eindeutigen Zeugenaussagen ist dieses Urteil falsch und für Journalisten und Verlage absolut nicht hinnehmbar. Ein Freispruch wäre die einzig richtige Entscheidung gewesen." Der Verlag hoffe, dass die nächste Instanz diese revidieren werde. Ob der ehemalige Reporter Rechtsmittel einlegt, ist noch unklar.
Neben dem Journalisten waren vier weitere Personen angeklagt, die ebenfalls Geldstrafen erhielten. Sie hatten gestanden, Fischer heimlich beim Sex gefilmt und das Video zum Verkauf angeboten zu haben. Zudem hatte eine der Prostituierten gemeinsam mit einem Mitarbeiter die Unterschrift des Schauspielers auf mehreren Kreditkartenbelegen gefälscht und ihn damit um 74.000 Euro erleichtert. Dieser Fall wird in einem gesonderten Verfahren  verhandelt.

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