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Neue SZ-App: Vorbild für Regionalverlage

Die Süddeutsche Zeitung und ihr Online-Ableger sueddeutsche.de haben eine neue iPhone-App gestartet, die durchaus als Vorbild für Zeitungsverlage dienen könnte. Mit der App "sueddeutsche.de Touren - Radfahren in Oberbayern" verkauft der Verlag 60 ausgesuchte Radtouren mit zahlreichen Zusatzfunktionen für 5,99 Euro und versucht damit nun auch auf mobilen Geräten mit Inhalten abseits der Tagesaktualität Geld zu verdienen.

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"60 ausgesuchte Radtouren für ambitionierte Radler, die die sportliche Herausforderung in der Natur suchen, genauso wie für Genuss-Radler, denen eine schöne Aussicht und Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke wichtiger sind als neue persönliche Bestleistungen" bietet die neue App aus dem Hause sueddeutsche.de. Zu jeder der Touren gibt es einen Steckbrief mit Schwierigkeitsgrad, Entfernungen und Zeitbedarf.

Daneben werden die 60 Touren detailliert beschrieben, inklusive Höhenprofil, wie es z.B. von der Tour-de-France-Berichterstattung bekannt ist, Fotos und Infos zu Restaurants und Sehenswürdigkeiten an der Strecke. Praktisch ist die Einbindung der GPS-Funktion der neueren iPhone-Modelle. So lässt sich auch ohne bestehende Internet-Verbindung unterwegs jederzeit auf den topographischen Karten sehen, wo man sich derzeit befindet.

Was manchem vielleicht wie eine Spielerei ohne große Umsatz-Erwartungen erscheinen mag, kann im Gegenteil exemplarisch dafür sein, wie Zeitungsverlage mit ihrer regionalen und lokalen Kompetenz in Zukunft Geld abseits des tagesaktuellen Geschäfts verdienen können. Zumal eine solche Radfahr-App perfekt geeignet für ein Mobiltelefon scheint. Es muss keine unpraktische Landkarte mitgenommen werden und nicht extra ein Navigationsgerät für Radfahrer angeschafft werden. Insofern erscheinen die 5,99 Euro sogar als recht günstig.

Trotz der App-Euphorie experimentieren die Zeitungsverlage bisher noch viel zu wenig mit dem neuen mobilen Medium. Hauptsächlich wurden bisher Apps gebaut, die tagesaktuelle Online-Inhalte der Zeitungs-Websites mobilgerecht umsetzen – oder Apps, die die Zeitung als ePaper auf das Telefon bringen. Dass aber gerade mit der regionalen und lokalen Kompetenz einer Tageszeitungsmarke Geld abseits der Tagesaktualität verdient werden kann, vergessen die meisten Verlage bisher.

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