„Christoph Mohn hat sehr viel gelernt“

Bertelsmann-Aufsichtsrat Gunter Thielen macht in einem Handelsblatt-Interview Christoph Mohn Hoffnungen auf die Nachfolge von Liz Mohn in der Führung von Bertelsmann: Jeder dürfe Fehler machen, wenn er daraus lerne, zitiert Thielen den vor einem Jahr verstorbenen Patriarchen Reinhard Mohn. Und Christoph habe "sehr viel gelernt." Christoph Mohn galt nach seinem unternehmerischen Scheitern mit Lycos Europa nicht mehr als Favorit.

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Dieser verbreiteten Einschätzung  widerspricht Thielen, der den Vorstandsvorsitz der Bertelsmann AG 2008 an Hartmut Ostrowski abgab, recht energisch. Auf die Frage, ob er Christoph oder Brigitte Mohn für geeigneter halte, sagt Thielen: "Beide haben ihre Qualitäten. Die Entscheidung liegt bei Liz Mohn." Seines Wissens werde die Entscheidung erst kurz vor dem 75. Geburtstag von Liz Mohn bekannt gegeben, das wäre 2016.

Hauptthema des Interviews ist die Bertelsmann Stiftung, die Thielen seit 2001 – mit einer Unterbrechung – leitet. Hier wehrt sich Thielen gegen den unter anderem von Gewerkschaften erhobenen Vorwurf, die private Stiftung entfalte enormen politischen Einfluss: "Wir sind keine heimliche Regierung. Das ist zu viel der Ehre. Politische Meinungsbildung ist doch kein Top-Down-Prozess." Die Stiftung habe auch nie als "Türöffner für die Geschäfte der Bertelsmann AG gedient".

Ausführlich äußert sich Thielen auch zu dem bei Bertelsmann (im Verlag Random House) erschienen Buch von Thilo Sarrazin ("Deutschland schafft sich ab"), das nach seinen Angaben über 1,1 Millionen mal verkauft wurde. Thielen: " Ich distanziere mich von den Aussagen von Herrn Sarrazin, aber das Buch hat eine große und wichtige Debatte ausgelöst."

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