Konstantin Neven DuMont gibt auf

Die "Blogaffäre" zeigt offenbar Wirkung: Wenige Tage, nachdem der Medienjournalist Stefan Niggemeier publik machte, dass vom IP-Account des Verleger unter zahlreichen Aliasnamen Hunderte von anonymen Kommentaren in Niggemeiers Blog veröffentlicht wurden, zieht Konstantin Neven DuMont Konsequenzen. Dem Spiegel gegenüber erklärte der 40-Jährige, dass er den Vorstand verlassen wolle. Gleichzeitig bestritt er, die Postings selbst vorgenommen zu haben: Verantwortlich dafür seien "zwei Bekannte".

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Bei den "Kommentaren mit zum Teil wüsten Beschimpfungen und Brancheninterna" (Der Spiegel) handelt es sich nach Angaben Neven DuMonts um einen "Spaß", den sich seine Bekannten gemacht hätten. Diese Personen hätten Zugriff auf seinen Computer gehabt und wohl auch seinen Mail-Account nutzen können. Diese Aussage klingt bei genauerer Betrachtung der Umstände wenig glaubhaft, sie ist aber faktisch kaum zu widerlegen.
Der Schritt des "Kronprinzen" des drittgrößten deutschen Zeitungsverlags kommt so überraschend, dass offenbar nicht einmal der Seniorchef und Vater, Alfred Neven DuMont, eingeweiht war. Für ihn, so der 83-Jährige auf Spiegel-Anfrage, seien dies "Gerüchte", er wisse von nichts. Konstantin Neven DuMont hatte gegenüber dem Magazin erklärt, er fände es "reizvoll", in den Aufsichtsrat zu wechseln. Zur Begründung fügte er an, er sei "doch mehr auf der kreativen Seite" zu Hause, nicht so sehr "Verwalter". Seine Energie wolle er in "kleinere Eigenproduktionen etwa über Öko-Themen" stecken.
Laut Spiegel hat Konstantin Neven DuMont den Vorstand in dieser Woche über seinen Wunsch informiert. Wie die Affäre begann, lesen Sie hier im Blog von Stefan Niggemeier, das erste MEEDIA-Interview mit Neven DuMont finden Sie hier, außerdem lesenswert: Stefan Niggemeiers Artikel über die Reaktionen des Medienhauses M. DuMont Schauberg.

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