Die besten Journalistenfilme aller Zeiten

Die ersten Herbststürme brechen herein und damit ist das richtige Wetter für einen gemütlichen Abend auf dem Sofa gekommen. Dafür hat MEEDIA eine Top-Ten-Liste der besten Journalistenfilme aller Zeiten zusammengestellt, die jeder gesehen haben sollte. Die meisten kommen sogar ganz ohne das Klischee vom huttragenden, mit Zigarette, Notizblock und Stift ausgestatteten Whisky-Trinker aus. Mit dabei: "State of Play", "Frost/Nixon" und natürlich Orson Welles' "Citizen Kane".

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10. "Under Fire" (1983)

Nick Nolte spielt im Politthriller "Under Fire" einen Fotoreporter, der seine Ideale über Bord wirft, um die Revolution in Nicaragua von 1979 zu unterstützen. In Roger Spottiswoodes Film wird der Journalist vom neutralen Beobachter zum Beteiligten des Konflikts, der für eine Seite Partei ergreift. Die Reporterstory um den Machtmissbrauch von Nachrichten und die moralische Verantwortung von Journalisten ist Spottiswoodes bester Film.

9. "Mann beißt Hund" (1992)

In der bitterbösen Mockumentary begleitet ein Filmteam den irren Serienmörder Ben für eine Reportage bei seiner "Arbeit". Schließlich werden die Reporter selbst zu Mittätern und helfen bei der Beseitigung der Leichen. Der gesamte Film besteht aus den schwarz-weißen und teilweise verwackelten Bildern der Pseudo-Dokumentation. Die schwarzhumorige Reality-TV-Kritik ist oftmals schockierend brutal, doch durch ihre Skurrilität äußerst komisch. Die belgische Low-Budget-Produktion ist mittlerweile Kult.

8. "Schtonk!" (1992)

Die Satire auf die gefälschten Hitler-Tagebücher im Stern ist der einzige deutsche Film, der es in die Top-Ten geschafft hat. Helmut Dietl persifliert die Leichtgläubigkeit im Hamburger Magazin, das die Bücher, die sich nur einen Tag nach der Veröffentlichung als Fälschungen entpuppten, für 9,3 Millionen Mark von dem Maler Konrad Kujau gekauft hatte. Im Film sind einige Original-Zitate der damaligen Stern-Chefredaktion um Peter Koch enthalten.

7. "State of Play" (2009)

Im Verschwörungsthriller "State of Play" wurde die Zeitungskrise erstmals von Hollywood thematisiert. Im Mittelpunkt des Filmes stehen deshalb auch weniger die dubiosen Aktivitäten des Unternehmens PointCorp, sondern der Journalismus im Spannungsfeld zwischen seriöser Recherche und tratschender Bloggerei. Nicht ganz klischeefrei werden diese beiden Welten personifiziert durch Cal McAffrey (Russell Crowe) und Della Frye (Rachel McAdams). Das Drehbuch basiert auf der sechsteiligen BBC-Mini-Serie State of Play (Mord auf Seite eins).

6. "Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt" (1997)

"Wag the Dog" ist eine brilliante Satire über die Manipulation der Medien. Um einen Sex-Skandal des US-Präsidenten zu vertuschen, inszeniert sein Spin Doctor Conrad „Mr. Fix-It“ Brean (Robert de Niro) gemeinsam mit dem Filmproduzenten Stanley Motss (Dustin Hoffman) einen Krieg gegen Albanien und lassen diese Meldung in den Nachrichten verbreiten. Den Soundtrack schrieb der frühere Dire-Straits-Mastermind Mark Knopfler. 

5. "Frost/Nixon" (2008)

Frost/Nixon erzählt die Geschichte des legendären Interviews zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon (Frank Langella) und dem Talkmaster David Frost (Michael Sheen). Es geht um eine Sternstunde des Fernsehens. Ron Howard inszeniert ein wortgewaltiges Duell zweier Männer, in dem aber vor allem die Macht der Nahaufnahme präsentiert wird. Der Film war für fünf Oscars nominiert und erhielt zu Unrecht keinen einzigen.

4. "The Insider" (1999)

"Heat"-Regisseur Michael Mann inszenierte dieses Thrillermeisterwerk, in dem ein Mann gegen die Machenschaften der US-Tabakindustrie ankämpft. Der Chemiker Jeffrey Wigand (großartig: Russell Crowe) wird von dem Tabakkonzern für den er arbeitet entlassen nachdem er Bedenken zum Einsatz abhängig machender Zusatzstoffe äußert. Mit Hilfe des TV-Reporters Lowell Bergman (Al Pacino), der für das Magazin "60 Minutes" arbeitet, bringt er die Geschichte an die Öffentlichkeit. Der für sieben Oscars nominierte Film beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich Anfang der 90er Jahre zugetragen hat.

3. "Die Unbestechlichen" (1976)

Noch einmal Richard Nixon: Carl Bernstein (Dustin Hoffman) und Bob Woodward (Robert Redford) lösten 1972 mit ihren Recherchen die Watergate-Affäre aus, die zum Rücktritt des US-Präsidenten führte. Sie deckten auf, dass die Republikaner das Wahlkampfbüro der Demokraten abhörten. Ihre Berichterstattung in der Washington Post wurde schließlich mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Regisseur Alan J. Pakula machte aus den schon bekannten Details der Affäre einen packenden Politthriller. Die Unbestechlichen war für acht Oscars nominiert von denen der Film schließlich vier gewann.

2. "Citizen Kane" (1941)

Ob man will oder nicht, keine Filmhitliste – und schon gar keine über Journalistenfilme – kommt ohne Orson Welles‘ Meisterwerk aus. Vielschichtig zeichnet Welles das Leben des amerikanischen Zeitungsmoguls Charles Foster Kane (gespielt von Welles selbst) nach. Als Vorbild dient der Verleger William Randolph Hearst. Citizen Kane revolutionierte das Kino mit etlichen technischen Innovationen und neuen Stilmitteln und gilt nicht umsonst als einer der besten Filme aller Zeiten. Die Fachzeitschrift Sigth & Sound des British Film Institute gibt alle zehn Jahre eine von bekannten Regisseuren und Kritikern gewählte Top-Ten-Liste heraus. Seit 1962 durchgängig auf Platz Eins: Citizen Kane

1. "Reporter des Satans" (1951)

Der erfolglose Reporter Chuck Tatum (Kirk Douglas) behindert die Rettungsarbeiten eines Verschütteten, weil er die Chance auf eine große Reportage wittert. Tausende Schaulustige verfolgen die Aktion. Billy Wilder rechnet in seinem zynischen Drama mit der Boulevardpresse und der Sensationsgier ab. Die Geschichte beruht auf einer Begebenheit aus dem Jahr 1925. Man mag sich allerdings auch an das Medienaufgebot um die Rettung der Chilenischen Bergleute erinnert fühlen. Noch heute ein Vorbild für viele medienkritische Filme und deshalb unsere Nummer eins.

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