Promi-Urteil: Schreiben erlaubt, Fotos nicht

Schlechte Nachrichten für alle Yellows und People-Magazine: In einer heute veröffentlichten Entscheidung hat das Bundesverfassungsgericht den Schutz von Prominenten bei der Berichterstattung präzisiert. Die Richter sprachen den Journalisten weitgehende Freiheiten bei der Wortberichterstattung zu, nicht aber bei der Veröffentlichung von Promi-Fotos. Die 1. Kammer des Ersten Senats entschied über eine Klage von Charlotte Casiraghi, der Tochter der monegassischen Prinzessin Caroline von Hannover.

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Geklagt hatte Casiraghi gegen die Illustrierten Neue Post und Bunte. Beide Magazine hatten über die Adelige berichtet und die Storys mit Fotos von einem Besuch bei einer Aids-Gala bebildert. Die Neue Post zeigten die Caroline-Tochter auf dem Titelblatt mit der Headline: "Schockierende Fotos – Carolines Tochter: Wie gefährlich ist das süße Leben?". Die Bunte hatte getitelt "Charlotte erobert Paris". Bereits 2007 hatte ein Berliner Gericht beide Artikel komplett verboten.

Dieser Entschluss wurde nun teilweise aufgehoben. Denn der BVerfG untersagte nur die Fotoveröffentlichungen. Die Magazine hätten die Bilder nur zeigen dürfen, so die Richter, wenn sie dem öffentlichem Interesse dienen würden. Gleichzeitig sahen die Richter bei der Tochter Carolines "kein mit dem Interesse an dem Leben eines Staatsoberhauptes vergleichbares öffentliches Informationsbedürfnis".

Den Prominenten-Schutz bei alleinigen Wortberichterstattungen legten die Bundesverfassungsrichter wesentlich weiter aus. In diesem Fall sind die Grenzen erst erreicht, wenn die Ehre, die Privat- oder die Intimsphäre eines Betroffenen verletzt wird.
Mit dem Richterspruch sah sich zumindest die Bunte bestätigt: "Wir freuen uns über die klaren Worte, die das Bundesverfassungsgericht zur BUNTE-Berichterstattung gefunden hat", kommentierte Chefredakteurin Patricia Riekel. "Die Berliner Gerichte müssen ihre oft geradezu pressefeindliche Rechtsprechung nun wenigstens in Teilen korrigieren."

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