Apple-Bilanz: Gute Zahlen, schlechte Kurse

Gut war diesmal nicht gut genug: In der Spitze um fast 25 Dollar oder 7 Prozent wurde die zuletzt so hochfliegende Apple-Aktie nach Handelsschluss durchgereicht und notiert damit wieder unter 300 Dollar. Was war passiert? Wie üblich präsentierte der wertvollste Technologiekonzern der Welt für das abgelaufene Quartal eine Bilanz weit über den Analysten-Schätzungen. Bis auf eine Position: Die Absätze des neusten Apple-Produkts enttäuschten – es wurden deutlich weniger iPads verkauft als prognostiziert.

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Gut war diesmal nicht gut genug: In der Spitze um fast 25 Dollar oder 7 Prozent wurde die zuletzt so hochfliegende Apple-Aktie nach Handelsschluss durchgereicht und notiert damit wieder unter 300 Dollar. Was war passiert? Wie üblich präsentierte der wertvollste Technologiekonzern der Welt für das abgelaufene Quartal eine Bilanz weit über den Analysten-Schätzungen. Bis auf eine Position: Die Absätze des neusten Apple-Produkt enttäuschten – es wurden deutlich weniger iPads verkauft als prognostiziert.   

Auch bei Apple geht einmal eine Serie zu Ende: Sieben Handelstage in Folge stieg die Apple-Aktie zuletzt in immer luftigere Höhen jenseits der 300-Dollarmarke – von Allzeithoch zu Allzeithoch. Nun der Rückschlag, der scheinbar paradox erscheint: Um in der Spitze 7 Prozent oder 25 Dollar taumelte der wertvollste Technologiekonzern der Welt – und das nach dem besten Quartal aller Zeiten!

Das fiel in nackten Zahlen wie folgt aus: Bei Rekordumsätzen von erstmals über 20 Milliarden Dollar (exakt: 20,34 Milliarden Dollar) fuhr Apple einen Nettogewinn von enormen 4,31 Milliarden Dollar oder 4,64 Dollar je Aktie. Alle Ergebnisse liegen deutlich über den Konzernschätzungen, die noch von Erlösen bei 18,9 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie in Höhe von 4,06 Dollar ausgegangen waren. Vor allem liegen sie deutlich über dem Vorjahresniveau: Der Gewinn explodierte im abgelaufenen Quartal um 70 Prozent, die Umsätze um 66 Prozent!  
 
Antennagate? Verkaufsschlager iPhone 4 zieht am Blackberry vorbei

Zur absoluten Cashcow avancierte einmal mehr das iPhone. Ungeachtet der Kontroverse um die Empfangsstörungen ("Antennagate") setzte Apple im abgelaufenen Quartal mehr als 14 Millionen Geräte ab – das waren enorme 91 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Damit hatte Apple endlich den langjährigen Rivalen RIM überrundet, der wie Steve Jobs genüsslich im Presse-Statement bemerkte, "nur" 12,1 Millionen Blackberrys absetzen konnte.      

Auch die Mac-Verkäufe lagen leicht über den Erwartungen: 3,89 Millionen Macintosh-Computer hat Apple im Dreimonatszeitraum Juli bis September verkauft – das waren 27 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Analysten hatten mit 3,7 Millionen verkauften iMacs, Macs und MacBooks gerechnet. 

Leicht unter den Erwartungen blieb die iPod-Sparte mit 9 Millionen abgesetzten MP3-Playern anstelle der 10 Millionen erwarteten – ein Minus von 11 Prozent, das weniger schwer ins Gewicht fällt, da die Sparte am wenigsten Umsätze einfährt.

iPad-Verkäufe: Analysten hatten sich mehr erhofft

Vielmehr im Fokus stand dagegen das neuste Apple-Produkt: Das iPad, der Hoffnungsträger der Printbranche, der in seinem Debütquartal so hervorragend gestartet war, blieb mit "nur" 4,19 Millionen Geräten hinter den zuletzt hochfliegenden Analystenschätzungen zurück. Die Prognosen hatten zuletzt bei 4,7 Millionen verkauften Geräten gelegen.

Für einen Wachstumsfavoriten wie Apple ist das eine rare Verfehlung, die an der Wall Street prompt ihre Wirkung hatte. Nach den zuletzt enormen Kurszuwächsen von 35 Prozent seit Ende August zogen Anleger im nachbörslichen Handel die Reißleine und schickten die Apple-Aktie, die bei 318 Dollar noch auf einem Allzeithoch geschlossen hatte, zeitweise wieder unter die 300-Dollarmarke.

Überraschender Gast-Auftritt von Steve Jobs beim Conference Call – Angriffe auf Google und RIM

Daran konnte auch der überraschende Auftritt von Apple-CEO Steve Jobs im Conference Call nichts ändern. Der Apple-Gründer, der die Kommentierung der Quartalsergebnisse normalerweise seinem Finanzchef Peter Oppenheimer überlässt, gab einen viel diskutierten fünfminütigen Gastauftritt, weil er beim historischen Quartal, in dem Apple erstmals die 20 Milliarden-Marke beim Umsatz durchbrach, "einfach nicht fehlen wollte".

Jobs äußerte sich auffallend angrifflustig in Richtung der Konkurrenz: Er sehe nicht, dass RIM mit seinem Blackberry noch einmal ans iPhone herankomme, teilte der 55-Jährige den Analysten mit. Und in Richtung Google, dessen Android-Version für Tablets nicht ausgereift sei, sondern "sehr fragmentiert": Die neuen, kleinen Tablets seien "DOA: Dead on arrival" – tot bei Auslieferung.  So klingt Selbstbewusstsein made in Cupertino nach einem Rekordquartal, von dem Steve Jobs selbst sagt, es habe ihn "überwältigt".

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