‚Tatort Internet‘: Guttenberg kritisiert Medien

Die Minister-Gattin hat genug: In der Bild kontert Stephanie zu Guttenberg die Kritik an der RTL-II-Sendung "Tatort Internet - Schützt endlich Eure Kinder". Gegenüber dem Boulevard-Blatt sagte sie, dass sie empört sei, wie sich Medienexperten, Juristen und Journalisten so offensichtlich auf die Seite von Tätern stellen würden, statt die Opfer zu schützen. Aufgrund der Sendung verlor in den vergangen Woche ein mutmaßlicher Täter seinen Job. Zudem wollen die Medienwächter die Sendung prüfen.

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"Ich bin entsetzt, wie diese Debatte geführt wird! Die Sendung soll zeigen, wie leicht unsere Kinder im Internet zu Opfern von Sextätern werden können", sagte zu Guttenberg der Bild. "Wie allgegenwärtig diese widerliche Anmache von Online-Tätern ist. Und wie skrupellos sie sich das Vertrauen von Kindern erschleichen, um sie zu Hause, im Wald oder im Hotel zu treffen.”

Die Sendung und damit auch die Minister-Gattin sehen sich mittlerweile mit unterschiedlichster Kritik konfrontiert. Journalisten bemängeln seit der ersten Sendung die Qualität und Machart der Sendung. Juristen kritisieren, dass sich RTL II die Persönlichkeitsrechte der mutmaßliches Täter nicht genügend schützen würde. Einen Vorwurf, den jetzt auch die Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien prüfen will. Zudem wollen die Medienwächter noch einmal die Frage erörtern, ob das Format den Jugendschutz verletzt.

Das TV-Magazin "Tatort Internet – Schützt endlich Eure Kinder", deren Auftaktfolge von der Minister-Gattin Stephanie zu Guttenberg mitpräsentiert wurde, will vor Sexualstraftätern warnen, die im Internet auf Kinder lauern. Die Methoden, mit denen das geschieht, sind höchst umstritten. Denn dabei wird vor allem auf versteckte Kameras, schlecht verzerrte Stimmen und verpixelte Bilder von vermeintlichen Tätern gesetzt.

Anhand der Sendung des vergangen Montaga konnte ein mutmaßlicher Täter identifiziert werden. Dabei handelte es sich um einen Kinderdorf-Leiter aus Würzburg. Die Caritas kündigte den 61-Jährigen wenige Tage später und erhob doch schwere Vorwürfe gegen den Sender. Der unterfränkische Caritas-Vorsitzende Clemens Bieber ist empört, dass RTL II es in den vergangenen fünf Monaten versäumt hatte, weder die Caritas noch die Behörden über das Fehlverhalten des Mannes zu informieren. "Es stellt sich die Frage, ob es dem Sender wirklich um den Schutz der Kinder geht oder doch nur um die Einschaltquote", sagte der Vorsitzende Bieber gegenüber Süddeutsche.de. Diesen Vorwurf konterte zu Guttenberg nun mit ihrer Pauschal-Kritik an Medienexperten, Juristen und Journalisten.

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